02.12.2015 - Bad-Tölz-Wolfratshausen

Wirtschaft fordert: Wachstum einplanen

Das IHK-Gremium Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach will sich offensiv in die Regionalplanung einbringen, um angesichts steigender Bevölkerungszahlen die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. In seiner Jahresabschluss-Sitzung informierte sich das IHK-Gremium im Austausch mit Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) über den Regionalplan, der innerhalb der nächsten zwei Jahre aufgestellt wird. „Wir wollen die Unternehmen sensibilisieren und wachrütteln, sich an diesem Prozess zu beteiligen. Sonst werden die Weichen von anderen gestellt", bekräftigte Reinhold Krämmel, Vorsitzender des IHK-Gremiums Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach.

Regionalplanung stellt Weichen für die Zukunft

Das IHK-Gremium Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach will sich offensiv in die Regionalplanung einbringen, um angesichts steigender Bevölkerungszahlen die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. In seiner Jahresabschluss-Sitzung informierte sich das IHK-Gremium im Austausch mit Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) über den Regionalplan, der innerhalb der nächsten zwei Jahre aufgestellt wird. „Wir wollen die Unternehmen sensibilisieren und wachrütteln, sich an diesem Prozess zu beteiligen. Sonst werden die Weichen von anderen gestellt", bekräftigte Reinhold Krämmel, Vorsitzender des IHK-Gremiums Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach.

Regionalplan betrifft vier Landkreise

Landrat Niedermaier erläuterte vor den Vertretern aus der regionalen Wirtschaft, wie die Regionalplanung abläuft. Mit ihr wird die bayernweite Landesplanung auf die Regionen und ihre jeweiligen besonderen Gegebenheiten und Anforderungen angepasst. Der Regionalplan für die Region 17 (Oberland) betrifft die rund 100 Gemeinden in den vier Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen. Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau. Niedermaier berichtete, dass der Regionale Planungsverband, dessen Vorsitze er führt, als erstes und wichtigstes Kapitel das Thema „Wirtschaft, Infrastruktur und Verkehr" gewählt hat. Der Tölzer Landrat betonte, dass die Stimme der Wirtschaft bei der Aufstellung des Regionalplans äußerst wichtig sei. Nur so könnten Ziele im Sinne der Wirtschaft festgeschrieben werden, zum Beispiel langfristige Infrastrukturprojekte. „Unser Wirtschaftsraum braucht Infrastruktur, es kann nicht sein, dass schon die Verbreiterung einer Kreisstraße Kontroversen auslöst", mahnte Niedermaier.

Wichtige Stimme der Wirtschaft

Der Landrat merkte an: „Das letzte große Straßenprojekt im Landkreis war der Ausbau der B11 Ende der 1980er Jahre. Seitdem sind die Anmeldezahlen von Kraftfahrzeugen permanent gestiegen." Außerdem werde auch die Bevölkerung weiter wachsen, so Niedermaier. Er bedauerte, dass die Gegner von Infrastrukturprojekten oft die öffentliche Meinung dominieren. „Es ist fatal, wenn solche Projekte nicht mehr durchsetzbar sind", klagte der Landrat mit Blick auf die S-7-Verlängerung nach Geretsried und die Tölzer Nordspange. „Wir müssen diese Projekte auch mit Nachdruck gegen Widerstand angehen", warb der Landrat um die Unterstützung der Wirtschaft.

Langfristiger Masterplan für Flächennutzung

Thomas Bauer, Leiter des Sachgebiets Raumordnung für die Regionen Oberland und Südostoberbayern bei der Regierung von Oberbayern, erläuterte, dass die Regionalplanung verschiedene Nutzungsansprüche an die begrenzten Flächenressourcen einer Region regelt. Raumstruktur und Nutzungen werden festgelegt, z.B. Flächen für das Fördern von Bodenschätzen wie Kies oder für Windkraftanlagen vorgemerkt. Oder es werden Flächen reserviert, die für die Trinkwasserversorgung oder den Hochwasserschutz relevant sind. Je nach Anforderung können Vorrang-, Vorbehalts- oder Ausschlussgebiete festgeschrieben werden. Der Regionalplan ist eine Rechtsnorm und hat Bindungswirkung, so Bauer. Zweifelsohne stehe die Region unter großem Wachstumsdruck, so der Regierungsvertreter.

IHK-Vorsitzender Krämmel versprach in seinem Fazit: „Die IHK wird ihre starke Stimme in diesem Planungsprozess für die Wirtschaft erheben."