24.07.2019 - Garmisch-Partenkirchen

Mangelware Azubi – Fachkräftenachwuchs dringend gesucht ‎

ausbildungsberufe

Für die Betriebe im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist es auch dieses Jahr eine große Herausforderung, ihre Ausbildungsplätze mit ausrei­chend Azubis zu besetzen. Wenige Wochen vor Start des neuen Ausbildungsjahres sind laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit noch 264 Lehrstellen unbesetzt.

Noch über 260 freie Ausbildungsplätze im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ‎

Ihnen stehen 90 unversorgte Schulabgänger gegenüber. Bei einer Lücke von 174 fehlenden Bewer­bern ist der IHK für München und Oberbayern zufolge damit zu rechnen, dass heuer erneut eine Rekordzahl an Ausbildungsplätzen im Landkreis nicht besetzt werden kann.

„Die Betriebe stehen vor einem Dilemma, denn der Arbeitsmarkt ist wie leergefegt. Um sich ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern, setzen viele auf die duale Berufsausbildung. Mit 538 gemeldeten Ausbildungsplätzen ist das Angebot auch heuer sehr groß“, sagt Peter Lingg, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Garmisch-Partenkirchen. Er fordert Eltern und Schüler daher auf, sich frühzeitig über die Chancen, die eine Berufs­ausbildung bietet, zu informieren. „Unsere Azubis erwartet nach erfolgreichem Ausbil­dungsabschluss eine spannende und erfüllende berufliche Zukunft, die ihnen alle Wege offen lässt. Für jene, die bislang noch keinen Erfolg mit ihrer Bewerbung um einen Ausbildungsplatz hatten, gilt es jetzt, dranzubleiben und sich weiter zu bewerben. Sie haben noch beste Karten, um im September mit einer Ausbildung durchzustarten“, ermutigt der Vorsitzende.

Laut Lingg bietet eine Berufsausbildung nicht nur jungen Menschen hervorragende berufliche Perspektiven. „Egal in welchem Alter oder Lebensabschnitt, eine duale Berufsausbildung ermöglicht immer einen ausgezeichneten beruflichen Neustart. Wir leben in einer Zeit voller Veränderungen und Umbrüche, die von uns zunehmend die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen einfordert. Beruflich neu anzufangen, ist daher keine Frage des Alters, sondern des Mutes, der Neugierde und des Willens“, so der Unternehmer.

Er appelliert auch an die Politik, sich noch stärker für eine ausgewogene Balance zwischen dem beruflichen und akademischen Bildungsweg einzusetzen. „Zwar sank im vergangenen Jahr bayernweit die Zahl der Studienanfänger bei einem gleichzeitigen Azubi-Plus in Bayerns Betrieben, aber das Umdenken in der Gesellschaft verbunden mit mehr Wertschätzung gegenüber der beruflichen Ausbildung hat erst begonnen.“ Die Ende Juni veröffentlichten Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Bereiche der beruflichen Bildung. Davon ist der IHK-Bereich im Landkreis mit derzeit über 720 Azubis in 219 Ausbildungsbetrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistungen der größte. Er steht für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Danach folgen Handwerk und freie Berufe.