25.10.2018 - Garmisch-Partenkirchen

Breitbandversorgung und Mobilfunkabdeckung bleiben Sorgenkinder

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Über die Lage bei der Breitbandversorgung und Mobilfunkabdeckung im Landkreis diskutierte der IHK-Regionalausschuss Garmisch-Partenkirchen auf seiner jüngsten Sitzung. Dabei ging es vor allem um die Situation der einheimischen Betriebe. „Der Status quo bleibt unbefriedigend“, stellte Peter Lingg, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses, fest. „Nach wie vor zählen wir zu viele weiße Breitband-Flecken oder Mobilfunklöcher, die teilweise massiv die Geschäftsabläufe in unseren Betrieben beeinträchtigen. Wenn wir uns damit zufrieden geben, erweisen wir unserem Standort einen Bärendienst“, so der Vorsitzende.

Lingg: „5G bringt nicht die Lösung unserer Probleme“ ‎

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© IHK Marco Steglich vom Fraunhofer Institut stellt 5G vor

Irreführend sei die Annahme, dass die Einführung des 5G-Standards im Mobilfunk vorhandene Lücken in der Mobilfunkversorgung im ländlichen Raum schließen werde, erläuterte Marco Steglich, Technologie-Experte vom Erlanger Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen. 5G sei auch kein Ersatz für den Breitbandausbau, betonte Steglich. „Technisch ist 5G ungeeignet, denn die verfügbaren Frequenzen bieten keine große Reichweite. Die eigentliche Zielgruppe für 5G sind nicht Privatanwender sondern vor allem Unternehmen, die über 5G-Technologien beispielsweise Maschinen im industriellen Einsatz vernetzen, und darüber große Datenmengen nahezu in Echtzeit übertragen wollen“, klärte Steglich auf.

Dass sich die Erschließung weißer Flecken in der Mobilfunkabdeckung als schwierig erweist, hängt häufig auch mit dem Widerstand der Anwohner zusammen und der sich teils schwierig gestaltenden Suche nach geeigneten Plätzen für die Aufstellung neuer Mobilfunkmasten. Hier könne ein runder Tisch zwischen den Netzbetreibern und betroffenen Kommunen im Landkreis hilfreich sein. „Erst wenn man sich darüber austauscht, was möglich ist und was nicht, wird der Weg für die Lösung von Konflikten bereitet. Es kann nicht sein, dass wir uns einfach mit der Situation abfinden, wie sie ist“, appellierte Lingg und schlug vor, dass die IHK bei der Organisation eines solchen runden Tisches im Landkreis unterstützt.

Abhilfe kann auch das nationale Roaming schaffen. Dafür mache sich die IHK in Gesprächen mit der Politik stark, erläuterte Franziska Neuberger, Expertin für Digitalisierung von der IHK für München und Oberbayern. Ein nationales Roaming könnte schnellstmöglich eine flächendeckende Grundabdeckung in greifbare Nähe rücken, denn damit würden alle Nutzer auf die Infrastruktur aller Netzbetreiber zugreifen, so die Gastrednerin. Voraussetzung dafür aber wäre, dass der Gesetzgeber Anreize für die Netzbetreiber schaffe, so dass sich diese freiwillig auf diese Verfahrensweise verständigen, gab Neuberger zu bedenken.

Hinsichtlich der Breitbandversorgung sicherte Michael Rapp, stellvertretender Landrat, zu, sich mit Landrat Anton Speer und Wirtschaftsförderer Sebastian Kramer von der Zugspitz Region über die Verwendung der 2017 vom Bundesministerium für digitale Infrastruktur zugesagten 50.000 Euro für die Fördererstberatung abzustimmen. Grundsätzlich haben die Kommunen die Planungshoheit und Umsetzungsverantwortung für den Breitbandausbau.