27.02.2018 - Weilheim - Schongau

Digitale Infrastruktur ist entscheidender Standortfaktor

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© IHK

„Der Erfolg unserer Unternehmen steht und fällt mit ihrer digitalen Fitness. Eine ausreichende Breitbandversorgung für alle Betriebe, bei der die Versorger halten, was sie versprechen, wird immer mehr zum entscheidenden Standortfaktor. Wollen wir in Sachen Wirtschaft Vorreiter bleiben, darf unsere Region digital nicht ins Hintertreffen geraten“, eindringlich formulierte Klaus Bauer, neu gewählter Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Weilheim-Schongau, seine Worte bei der Eröffnung der jüngsten Sitzung des Ausschusses. Die mangelhafte Breitbandversorgung in vielen Gewerbegebieten des Landkreises bereitet den Unternehmen nach wie vor große Probleme. Geht es um die Digitalisierung von betrieblichen Prozessen, die Umsetzung eines digitalen Geschäftsmodells oder um die Vernetzung in einer globalisierten Welt – die Unternehmen können im Wettbewerb nur bestehen, wenn ihnen dafür die passende Gigabit-Infrastruktur zur Verfügung steht.

Klaus Bauer zum neuen Vorsitzenden des IHK-Regionalausschusses gewählt

Dass hier der Aufholbedarf groß ist, führten die Referenten André Behre von den Stadtwerken Weilheim und Michael Futterknecht von der Penzberger P-Kom Telekommunikationsgesellschaft vor Augen. Sie informierten über den Status quo beim Breitbandausbau in den Kommunen Weilheim und Penzberg, stellten verwendete Technologien vor einschließlich der damit verbundenen Vor- und Nachteile.

Futterknecht bestätigte, dass der Breitbandbedarf im Mittelstand kontinuierlich wachse. „Selbst kleinere Unternehmen benötigen inzwischen regelmäßige Software-Updates im Gigabit-Bereich, so dass Breitbandanschlüsse von mehr als 100 Mbit/s einfach angeboten werden müssen. Damit geht es nicht ohne Glasfaserausbau“, so der Experte.

Mit Blick auf die engen Verflechtungen des Landkreises in der Metropolregion München betonten beide Referenten, dass die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen auch im Bereich der Breitbandversorgung immer dringlicher würde. „Wenn es uns um eine leistungsfähige und wirtschaftliche Versorgung der Kommunen und vor allem den überregionalen Anschluss unserer Netze geht, führt kein Weg an deren Öffnung vorbei“, erläuterte Behre.

Angesichts der weiterhin zahlreichen weißen Flecken in der Breitbandversorgung und Löcher in der Mobilfunkabdeckung waren sich die Ausschussmitglieder in der abschließenden Diskussion einig, dass die IHK als Stimme der Wirtschaft das Thema auch weiterhin intensiv vorantreiben muss. Die Breitbandversorgung sei ein gesamtgesellschaftliches Thema und brauche die öffentliche Förderung, so der Vorsitzende Bauer. „Damit im Koalitionsvertrag formulierte Ziele wie ‚Gigabit-Netze für alle Regionen‘ keine Lippenbekenntnisse bleiben, werden wir auch künftig den Finger bei der Politik in die Wunde legen müssen. Und das tun wir so lange, bis wir die Besserung der Situation hier bei uns spüren.“

Bauer übernimmt Vorsitz des IHK-Regionalausschusses

Aufgrund des Rücktritts von Herbert Klein als Vorsitzender des IHK-Regional­ausschusses Weilheim-Schongau aus beruflichen Gründen wählten die Ausschussmitglieder in der Sitzung eine neue Führungsspitze. Die Wahl fiel einstimmig auf Klaus Bauer, Geschäftsführer der Bauer Unternehmensgruppe in Weilheim. Unterstützung erhält Bauer künftig von den ebenfalls neu gewählten Stellvertretern Peter Ostenrieder, Geschäftsführer der Agentur Ostenrieder Design und Marketing mit Sitz in Peiting, und Felix Schaumberg, Geschäftsführer der Weilheimer Bremicker Verkehrtstechnik. Herbert Klein wurde zum Ehrenvorsitzenden des Ausschusses ernannt.