26.05.2017 - Bad-Tölz-Wolfratshausen - Miesbach - Weilheim - Schongau

Wirtschaft im Oberland voller Optimismus

Die Wirtschaft im Oberland startet bester Stimmung in den Sommer und bleibt auf Wachstumskurs. Mit 132 Punkten bewegt sich der IHK-Konjunktur­index wie zu Jahresbeginn auf sehr hohem Niveau, so das Ergebnis der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage bei Unternehmen in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau.

Unternehmen beklagen Fachkräftemangel als größtes Risiko ‎

Zwar sind die Unternehmen mit ihrer aktuellen Geschäftslage nicht mehr so zufrieden wie in den Anfangsmonaten dieses Jahres, ihre Erwartungen für die kommenden zwölf Monate haben sie jedoch spürbar angehoben. Da sowohl die Bewertung der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungshaltung in die Berechnung des Konjunkturindexes einfließen, bleibt dieser auf hohem Niveau konstant.

Per Saldo ist die Bewertung der Geschäftslage von 51 auf 41 Punkte deutlich gesunken, doch nach wie vor beurteilen 46 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut und nur fünf Prozent als schlecht. Zu Jahresbeginn lag das Verhältnis bei 56 zu 5. Für die bevorstehenden zwölf Monate rechnen 32 Prozent der Unternehmen mit einer Belebung und nur neun Prozent mit einer Eintrübung ihres Geschäfts. Damit springt der Saldo auf 23 Punkte, das ist der höchste Stand seit zwei Jahren.

Hinsichtlich ihrer Beschäftigungspläne wollen 21 Prozent der Unternehmen ‎neue Jobs schaffen und elf Prozent der Unternehmen Stellen streichen. Zwar war auch dieses Verhältnis zu Jahresbeginn mit 21:6 noch größer – was per Saldo die Beschäftigungspläne sinken lässt –, der Stellenaufbau geht dennoch weiter. ‎Unverändert groß bleibt daher der Fachkräftemangel: Mehr als jedes zweite Unternehmen (53 Prozent) sieht hierin ein Risiko. Bayernweit sind es sogar 55 Prozent. Dies bremst nicht nur die Unternehmen aus, sondern es hat auch Konsequenzen für das gesamte Oberland, dem bis Jahresende rund 7.000 Fach­kräfte fehlen werden. Nach Berechnungen des IHK-Fachkräftemoni­tors entgeht der Region dadurch eine Wertschöpfung von etwa 430 Millionen Euro.

Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen werden hingegen von deutlich weniger Unternehmen als Risiko angesehen. Nachdem zu Jahresbeginn noch 46 Prozent hierin ein Geschäftsrisiko sahen, sind es aktuell nur noch 38 Prozent. Die politischen Risiken treten laut Konjunkturumfrage wieder mehr in den Hintergrund: „Anfang des Jahres sorgten der Brexit, die Amtsübernahme durch den US-Präsidenten Trump und die Aussicht auf die Präsidentschaftswahl in Frankreich noch für Unruhe. Die Unsicherheit in der Wirtschaft war dementsprechend groß. Mittlerweile gibt es ein leichtes Aufatmen“, so Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern. Es zeige sich, dass für die Exportwirtschaft schädliche Entwicklungen, wie beispielsweise ein protektionistisches Steuersystem der USA, immer unwahrscheinlicher werden.