30.08.2016 - Berchtesgadener-Land

Bewerberlücke im Berchtesgadener Land erreicht Rekordniveau

Die Betriebe im Berchtesgadener Land haben weiterhin große Mühe, genügend Azubis zu finden. Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September sind noch 269 Lehrstellen frei. Damit zeichnet sich heuer eine Rekord-Bewerberlücke ab.

‎Über 260 freie Lehrstellen im Landkreis / Nahezu jeder dritte Ausbildungsplatz unbesetzt

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der unbesetzten Stellen noch einmal um über 8,5 Prozent zugelegt, so die aktuellste Statistik der Arbeitsagentur. Da die Unternehmen im Landkreis in diesem Jahr 850 Lehrlinge einstellen wollen, ist vorerst noch fast jeder dritte Ausbildungsplatz unbesetzt.

Josef Frauenlob, stellvertretender Vorsitzender des Regionalausschusses Berchtesgadener Land, betont die Notwendigkeit einer ausführlichen Berufsorientierung. „Lehre bedeutet Karriere. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung stehen alle Entwicklungsmöglichkeiten offen – diese Botschaft müssen die Schulen den Jugendlichen und ihren Eltern noch besser vermitteln. Besonders wichtig ist aber auch, dass sich die Schüler ausführlich mit ihrem Wunschberuf auseinandersetzen.“

Denn gibt es in der Ausbildung Probleme, nennen in einer IHK-Umfrage 72 Prozent der Betriebe die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger als größtes Hindernis. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt treten mit Beginn des Ausbildungsjahres 291 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis Berchtesgaden an, wie aus der Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern mit Stand Ende August hervorgeht. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Ausbildungsverträge somit um
7,9 Prozent zurückgegangen. Vor Jahresfrist meldete die IHK einen Zuwachs von
14,9 Prozent.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Berchtesgadener Land sind Einzelhandelskaufleute, Hotelkaufleute, Bankkaufleute, Kaufleute für Büromanagement und Verkäufer.

Frauenlob führt den Bewerberengpass auf stagnierende Schulabgängerzahlen sowie den Trend zur Akademisierung zurück. Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 56 Prozent.

Insgesamt sind zurzeit 212 IHK-zugehörige Unternehmen im Landkreis in der ‎Ausbildung aktiv und ‎stehen für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. ‎