31.08.2018 - Berchtesgadener-Land

320 Jugendliche starten Ausbildung in IHK-Berufen

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Anfang September treten 320 Jugendliche und junge Erwachsene im Berchtesgadener Land eine Ausbildung in Berufen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen an. Das teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres ist dies ein Plus von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das ist die höchste Zahl an Neuverträgen seit sieben Jahren, eine sehr gute Nachricht für unsere Wirtschaft. Den Jugendlichen und ihren Ausbildungsbetrieben wünschen wir viel Erfolg auf dem bevorstehenden Weg“, sagt Irene Wagner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Berchtesgadener Land.

Wagner: „Höchste Zahl an Neuverträgen seit sieben Jahren“‎

Viele Betriebe haben aber auch heuer große Mühe, bis zum 1. September alle Lehrstellen zu besetzen. Für 254 freie Plätze gibt es aktuell nur 38 unversorgte Bewerber, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht, die auch Ausbildungsstellen und Bewerber im Handwerk und in den freien Berufen berücksichtigt. Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent, die Zahl der Bewerber ist hingegen um knapp ein Prozent gesunken.

Wagner ermutigt deswegen bislang erfolglose Bewerber, auch weiter eine Chance zu suchen. „In praktisch allen Branchen nehmen Betriebe auch noch kurzfristig Bewerbungen an. Bis in den Oktober hinein kann man noch in die Ausbildung einsteigen“, so die Unternehmerin. Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis sind Kaufleute für Büromanagement, Einzelhandelskaufleute, Industriekaufleute, Bankkaufleute und Industriemechaniker. Die IHK-Vorsitzende verweist auch auf den neuen Beruf der E-Commerce-Kaufleute, es ist der erste vollständig digital ausgerichtete IHK-Ausbildungsberuf. Im Berchtesgadener Land gibt es dazu bisher einen Azubi.

Zu den neuen Auszubildenden in Industrie, Handel und Dienstleistungen gehören auch 16 Personen aus fluchtwahrscheinlichen Herkunftsländern – das sind fünf Prozent aller neuen Ausbildungsverträge.

Wagner setzt sich für eine bessere Berufsorientierung an den Schulen ein: „Schüler und deren Eltern können zu Recht stolz sein, wenn sie sich für eine Lehre entscheiden. Denn eines steht fest: Besser als mit einer Ausbildung kann man nicht in das Berufsleben starten“. In einer Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) sagen 75 Prozent derjenigen Betriebe, die Probleme in der Ausbildung haben, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt gibt es im Landkreis 229 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe. Sie stehen ‎für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Zahlreiche freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter IHK-Lehrstellenbörse zu finden.