30.08.2016 - Starnberg

Bewerberlücke in Starnberg setzt sich fort

Die Betriebe im Landkreis Starnberg haben weiterhin große Mühe, genügend Azubis zu finden. Kurz vor Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September sind noch 174 Lehrstellen frei.

‎Über 170 freie Lehrstellen im Landkreis / 40 Prozent unbesetzte Ausbildungsplätze ‎

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der unbesetzten Stellen geringfügig um 2,3 Prozent abgenommen, die Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen hat sich im selben Zeitraum allerdings auch um 9,2 Prozent verringert, so die aktuellste Statistik der Arbeitsagentur. Insgesamt wollen die Unternehmen im Landkreis in diesem Jahr 425 Lehrlinge einstellen, somit sind vorerst nahezu 41 Prozent aller Ausbildungsplätze unbesetzt.

Martin Eickelschulte, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Starnberg, ist überzeugt: „In den Schulen muss noch mehr für die Ausbildung geworben werden. Denn ein Studium ist nicht immer die beste Lösung. Mit einer erfolgreichen Lehre stehen alle Entwicklungsmöglichkeiten offen – diese Botschaft muss Jugendlichen und ihren Eltern noch besser vermittelt werden. Besonders wichtig ist aber auch, dass sich die Schüler ausführlich mit ihrem Wunschberuf auseinandersetzen.“

Denn gibt es in der Ausbildung Probleme, nennen in einer IHK-Umfrage 72 Prozent der Betriebe die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger als größtes Hindernis. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Insgesamt treten mit Beginn des Ausbildungsjahres 256 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis Starnberg an, wie aus der Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern mit Stand Ende August hervorgeht.

Im Vergleich zum Vorjahr ist somit die Anzahl an Ausbildungsverträgen minimal um 0,4 Prozent gesunken. Vor Jahresfrist meldete die IHK eine Steigerung von 13,7 Prozent. Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe in Starnberg sind Industriekaufleute, Kaufleute für Büromanagement, Kaufleute im Einzelhandel, Elektroniker für Geräte und Systeme und Bankkaufleute.

Ein weiterer Grund für den Bewerberengpass sind laut Eickelschulte die stagnierenden Schulabgängerzahlen: Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 56 Prozent.

Insgesamt sind zurzeit 212 IHK-zugehörige Unternehmen im Landkreis in der ‎Ausbildung aktiv und ‎stehen für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. ‎