10.08.2016 - Dachau - Erding-Freising - Fürstenfeldbruck - Landkreis München

Tourismus-Boom im Münchner Umland

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© Michael Fleischmann

Der Tourismus in der bayerischen Landeshauptstadt ist weiter auf Erfolgskurs. Wie aus einer von der IHK für München und Oberbayern präsentierten Studie hervorgeht, konnte die Stadt 2014 13,7 Millionen Übernachtungen und 84,5 Millionen Tagesgäste verzeichnen.

IHK-Studie: Gäste geben pro Tag 217 Euro aus / Strukturreformen für Oberbayern notwendig

Jeder Übernachtungsgast hat pro Tag durchschnittlich 217,70 Euro ausgegeben – der höchste Wert aller oberbayerischen Tourismusdestinationen. Davon profitiert auch die öffentliche Hand mit Steuereinnahmen in Höhe von fast 660 Millionen Euro.

Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, macht auf die starke Rolle der Landeshauptstadt im Fremdenverkehr aufmerksam. „München ist das Zugpferd für Oberbayern, vor allem im Städtetourismus. Die neuen Ergebnisse belegen das auf eindrucksvolle Art und Weise: Insgesamt erwirtschaftet die Tourismusbranche in der Stadt einen Umsatz in Höhe von 7,1 Milliarden Euro und bietet über 91.000 Arbeitsplätze.“

Genauso gut sind die Zahlen für ganz Oberbayern. Die Aufenthaltstage von Touristen im Regierungsbezirk sind innerhalb von fünf Jahren um über ein Drittel gestiegen, heißt es in der Studie. Bei den Übernachtungen kam es im gleichen Zeitraum zu einem Plus von 17 Prozent. Ebenso sind die Ausgaben der Übernachtungsgäste in Oberbayern deutlich gestiegen: Sie wendeten 2014 im Schnitt pro Tag 164 Euro auf, 2009 waren es erst 131 Euro.

Die oberbayerische Tourismuswirtschaft verbuchte 2014 insgesamt 44 Millionen Übernachtungen und 263 Millionen Aufenthaltstage. Die Branche sorgt inklusive anteiliger Umsatz-, Lohn- und Einkommensteuern für Steuereinnahmen von
1,3 Milliarden Euro pro Jahr allein in Oberbayern.

Reformbedarf sieht die Studie aber weiterhin in den oberbayerischen Tourismusstrukturen. Diese müssten deutlich effizienter und schlanker werden.
Ein Kirchturmdenken führe angesichts eines international immer breiter werdenden Wettbewerbs nicht zum Ziel. Touristische Angebote dürften nicht von jeder einzelnen Gemeinde oder von jedem Landkreis entwickelt werden, sondern müssten aus der Perspektive des Gastes von ganzen Regionen konzipiert und vermarktet werden.

Die Studie fordert, dass die Förderpolitik Anreize für Kooperationen, Zusammenschlüsse und mehr Beteiligung der Tourismusbetriebe setzt. Auch sollten systematisch Besucherdaten in Museen oder Schlössern erfasst werden, so dass bessere Informationen über Gäste vorliegen und damit Werbemaßnahmen optimiert werden können.

Die Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus in Oberbayern“, an der neben der IHK für München und Oberbayern auch der Tourismus Oberbayern München e.V. (TOM) und der Bezirk Oberbayern des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bayern e.V.) beteiligt waren, spricht sich außerdem deutlich gegen eine zusätzliche Tourismusabgabe aus. Die Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus in Oberbayern“ ist online unter www.ihk-muenchen.de/tourismus erhältlich.