30.05.2018 - Fürstenfeldbruck

Landkreis Fürstenfeldbruck: Mehr Betriebsübernahmen, weniger Neugründungen

Nach drei Rückgängen in Folge wollten im vergangenen Jahr wieder mehr Menschen im Landkreis Fürstenfeldbruck ihr eigener Chef werden. Wie die ‎IHK für München und Oberbayern mitteilt, meldeten im vergangenen Jahr insgesamt 1.739 Personen ein Gewerbe an, ein leichtes Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund dafür sind die Betriebsübernahmen, die um fast 19 Prozent auf 113 Fälle gestiegen sind.

IHK präsentiert Gründungsbilanz für den Landkreis

Die Firmenneugründungen sind hingegen leicht um 0,4 Prozent auf 1.626 Fälle gesunken. Damit war der Rückgang geringer als im Vorjahr (-4,1 Prozent). Die meisten Neugründungen gibt es bei Dienstleistungen (386) und im Handel (336), bei den Betriebsübernahmen liegt das Gastgewerbe (34) und der Handel (25) vorne.

Ausschlaggebend für die weiterhin niedrige Gründungsdynamik ist laut IHK die Konjunktur: „Der Arbeitsmarkt im Großraum München bietet Vollbeschäftigung. Erfahrungsgemäß sinkt damit das Interesse an einer unternehmerischen Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken“, sagt Michael Steinbauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Fürstenfeldbruck. Gerade das Plus bei den Betriebsübernahmen sei aber auch ein gutes Signal. Positiv sei ebenfalls der Trend zur besseren Vorbereitung, unter anderem durch Angebote wie die Gründermesse von IHK und Landratsamt und die Beratungen der Kammer. „Jungunternehmer steigern so ihre Erfolgsaussichten, die dank der wirtschaftlichen Rahmendaten ohnehin so gut wie selten zuvor sind“, ist Steinbauer überzeugt. Auch der Trend zur Gründung im Nebenerwerb zeige, dass die Gründer überlegter handeln. „So testen sie parallel zu einem bestehenden Arbeitsverhältnis, ob das angepeilte Geschäftsmodell überhaupt tragfähig ist“, erklärt der IHK-Vorsitzende.

Steinbauer betont die Rolle der Existenzgründer für die Wirtschaft: „Start-Ups und neue Unternehmen sorgen für Innovationen und Dynamik. Sie sind damit das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko von der vorhergehenden Generation übernehmen wollen.“ Die IHK-Gründerbilanz beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.