22.03.2018 - Fürstenfeldbruck

Steinbauer: "Lehnen Flächen-Obergrenze ab"

Der Landkreis Fürstenfeldbruck ist grün: Zu diesem Ergebnis kommt die IHK für München und Oberbayern nach Auswertung der Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Wie Michael Steinbauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Fürstenfeldbruck, erklärt, waren Ende 2016 81,4 Prozent der Fläche Natur oder wurden landwirtschaftlich genutzt. Lediglich 1,4 Prozent wurden von Gewerbe, Industrie, Handel oder Dienstleistungen beansprucht. „Die Wirtschaft geht sorgsam und effizient mit der Ressource Boden um“, stellt Steinbauer fest.

‎1,4 Prozent des Landkreises Fürstenfeldbruck von Wirtschaft genutzt

Eine Obergrenze für Kommunen in der Flächenausweisung lehnt die IHK ab. „Mit einer künstlichen Verknappung der Flächen wird Wohnraum zwangsläufig noch teurer. Die Einschränkung der kommunalen Planungshoheit setzt zudem die unterschiedlichen Nutzungsarten wie Wohnen, Freizeit und Gewerbe unnötig in Konkurrenz zueinander. Wichtige Projekte bleiben dann zu Lasten der Bürger auf der Strecke“, befürchtet der Maisacher Manager. Stattdessen plädiert die Wirtschaft für mehr Effizienz in der Flächennutzung in Form von Verdichtungen und der Revitalisierung von Brachflächen.

Die Kommunen fordert Steinbauer zu einer besseren Zusammenarbeit auf: „Kirchturmpolitik bringt uns nicht weiter – ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement hingegen schon.“ In der gewerblichen Nutzung sollten unter anderem auch interkommunale Gewerbegebiete mehr als bisher in Betracht gezogen werden. „Wenn der Bedarf da ist und die Bedingungen stimmen, müssen unsere 23 Städte und Gemeinden auch in Zukunft flexibel auf die Wünsche und ‎Anforderungen der lokalen Unternehmen eingehen können“, fordert der IHK-Vorsitzende.

Eine wichtige Botschaft hat Steinbauer auch für die Landespolitik: „Wir verlangen von allen ‎politischen Akteuren und Parteien eine ehrliche Diskussion. ‎Wer nur die vermeintlich flächenverschwenderische Wirtschaft ‎an den Pranger stellt und jegliche Entwicklung mit ‎Versiegelung und Betonflut gleichsetzt, führt die Bürger ‎bewusst in die Irre.‎“ Wie aus den Zahlen des Landesamtes für Statistik hervorgeht, hat sich der prozentuale Anteil von Gewerbe und Industrie an der ‎Gebietsfläche im Landkreis Fürstenfeldbruck zwischen 2011 und 2015 ‎nicht verändert. Gleichzeitig hat das BIP seit 2010 um 31,7 Prozent zugelegt.

Flächennutzung im Landkreis Fürstenfeldbruck zum 31. Dezember 2016

  • Wald, ‎Wiesen, Felder, Landwirtschaft, Gebirge und Gewässer: 81,4 Prozent
  • Verkehrsflächen: 5,8 Prozent
  • Gemischte Nutzung (bsp. landwirtschaftliche Betriebsfläche) : 1,7 Prozent
  • Wohnen: 6,7 Prozent
  • Sport, Freizeit und Erholung (bsp. Sportplätze, Grünanlagen, Parks): 1,7 Prozent
  • Industrie und Gewerbe: 0,9 Prozent
  • Besondere funktionale Prägung (bsp. Schulen, Verwaltung, Burgen): 0,7 Prozent
  • Handel und Dienstleistungen: 0,5 Prozent
  • Ver- und Entsorgung, Halde (bsp. Wasserwerk, Photovoltaikanlagen, Kläranlage): 0,4 Prozent
  • Friedhöfe: 0,2 Prozent

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik