23.03.2018 - Fürstenfeldbruck

Fachkräftesicherung braucht zeitgemäßes Personalmarketing ‎

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Im Landkreis Fürstenfeldbruck brennt der Fachkräftemangel den Betrieben unter den Nägeln. 58 Prozent der im Raum München befragten Unternehmer gaben in der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage an, dass fehlende Fachkräfte ein Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung darstellen. Die erfolgreiche Anwerbung neuer Mitarbeiter gestaltet sich jedoch an einem Top-Standort wie München für die Wirtschaft sehr schwierig. Wie Unternehmen dafür digitale Kanäle optimal nutzen können, erläuterte William Biagio Otero von Monster Worldwide den Mitgliedern des IHK-Regionalausschusses auf ihrer jüngsten Sitzung.

Arbeitgeber für Menschen mit Behinderung gesucht: Brucker Werkstatt stellt sich vor

Laut Recruiting-Experte Otero steht und fällt der Erfolg mit der Stärkung der Arbeitgebermarke. Dafür müssen Unternehmen klar definieren, wie sie sich positiv vom Wettbewerb abgrenzen und mit welchen Informationen sie bei potenziellen Bewerbern punkten möchten. Entsprechend hat sich auch das Jobprofil des Personalverantwortlichen verändert. „Vor allem muss er das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber vermarkten und das zuallererst in der digitalen Welt“, erläuterte Otero. Laut einer Umfrage von Monster Worldwide ist nur rund ein Viertel der Arbeitnehmer aktiv auf Jobsuche. Jeder zweite erwartet, dass er von suchenden Unternehmen direkt angesprochen wird. Das bedeutet, so Otero, digitale Kanäle sind aus einem zeitgemäßen Personal-Recruiting nicht mehr wegzudenken. „Ein erster Schritt ist gemacht, wenn das Unternehmen den Karrierebereich auf seiner Website für Mobilgeräte optimiert“, empfahl Jochen Keller, bei Monster Worldwide für den Geschäftskundenbereich verantwortlich. Beide Experten appellierten an die Unternehmer, ein Konzept für das Social Recruiting zu entwickeln, um über die verschiedenen Social Media-Kanäle zielgruppengerecht geeignete Bewerber anzusprechen. „Die Menschen gehen nicht mehr online, sie leben online und genau dort müssen Sie sie erreichen“, lautete das Fazit von Oteros Vortrag.

Brucker Werkstatt für Menschen mit Behinderung

Dass benötigte Arbeitskräfte auch in ganz anderen Bereichen der Gesellschaft gefunden werden können, führte anschließend Ulrich Riendl, Leiter der Caritas Brucker Werkstatt für Menschen mit Behinderung, vor Augen. Riendl stellte die Arbeit der Rehabilitationseinrichtung vor, die aktuell 200 Menschen Berufsbil­dungs- und Arbeitsplätze im Landkreis bietet. „Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Partnern für Praktika und Arbeitsstellen. Unser Ziel ist es, behinder­ten Menschen bei der Eingliederung ins Arbeitsleben zu helfen. Das kann natürlich nur im Schulterschluss mit der Wirtschaft funktionieren“, so sein Appell. Riendl dankte der IHK, dass sie bei der Vermittlung von Kontakten in die Betriebe vor Ort unterstütze.