05.03.2018 - Landkreis München

IHK-Regionalausschuss startet Mobilitäts-Pilotprojekt in Kirchheim

Mobilität bleibt im boomenden Landkreis München das bestimmende Thema. In seiner jüngsten Sitzung bei der Firma genua in Kirchheim beschloss der IHK-Regionalausschuss München (Landkreis) deshalb die nächste Phase für das Smart-Mobility Pilotprojekt. Geplant ist unter anderem die Installation einer Sensor-Infrastruktur, um über die Echtzeitmessung einer Staustelle den Verkehr aktiv zu steuern. Außerdem soll ein neuartiges Pendlerbus-Konzept entwickelt werden.

Leicher: „Unternehmer wollen Beitrag leisten, um Verkehr im Landkreis zu verbessern“‎

„Über die Verkehrsprobleme im Landkreis zu schimpfen bringt uns nicht weiter. Stattdessen wollen wir als Unternehmer einen konstruktiven Beitrag leisten, um die Situation zu verbessern“, ist Christoph Leicher, Vorsitzender des Regionalausschusses, überzeugt. Dr. René Fassbender, Leiter des Arbeitskreises Smart Mobility im Gremium, wünscht sich Kirchheim als Pilotgemeinde: „In der Kommune gibt es nicht nur drei Gewerbegebiete, sondern auch mehrere verkehrsrelevante und kritische Knotenpunkte.“

Kirchheims Bürgermeister Max Böltl, der ebenfalls an der Sitzung teilgenommen hat, sichert seine Unterstützung zu: „Verkehr betrifft uns alle und jeden Tag. Die Partnerschaft mit der heimischen Wirtschaft ist essentiell, um die Mobilität in Kirchheim weiter zu verbessern. Wir freuen uns deshalb sehr, dieses innovative Engagement des IHK-Regional-ausschusses zu unterstützen.“

Zur E-Mobilität holten sich die Unternehmer Expertenwissen bei Prof. Dr. Jörg Wellnitz von der Technischen Hochschule Ingolstadt. In seinem kurzweiligen Vortrag bezweifelt er die Massentauglichkeit der Antriebsart. „E-Mobilität wird nicht funktionieren“, so Wellnitz. Wesentlicher Grund dafür seien unter anderem die begrenzten Rohstoffe zur Batterieherstellung. Für eine Massenproduktion fehlt es an den notwendigen Elementen wie Kobalt und Lithium. Stattdessen sei der Einsatz von Elektrofahrzeugen vor allem bei geregelten Fahrbetrieben und klar vordefinierten Strecken sinnvoll. Christoph Leicher zieht ein klares Fazit: „Wir müssen künftig genau überlegen, wohin die Reise bei den alternativen Antrieben tatsächlich geht.“

Neue Akzente setzt der Regionalausschuss auch in der Bildung. Wie die stellvertretende Vorsitzende Ursula Fritzmeier erklärt, soll das Projekt des Landratsamtes „Vielfältige Angebote zur Berufsorientierung“ mit einem eigenen Ausbildungsbus ergänzt werden. Bei einer Tour durch den Landkreis können sich Schülerinnen und Schüler die Ausbildungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Betrieben kennenlernen.