01.09.2017 - Erding-Freising

Noch viele freie Lehrstellen im Landkreis Erding

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Viele Betriebe im Landkreis Erding haben auch heuer große Mühe, zum Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Die IHK für München und Oberbayern erwartet erneut, dass eine große Anzahl an Lehrstellen in den Unternehmen frei bleibt. Über die Hälfte der seit Jahresbeginn im Landkreis gemeldeten Ausbildungsangebote war zuletzt noch unbesetzt. Für die 320 freien Plätze gab es allerdings nur 100 unversorgte Bewerber, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht.

IHK-Betriebe schließen weniger Lehrverträge ab

Insgesamt treten laut IHK-Zwischenbilanz diese Woche 275 Jugendliche eine Lehre bei Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Landkreis an. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der neuen Ausbildungsverträge somit deutlich um elf Prozent zurückgegangen. Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe mit den meisten Bewerbern im Landkreis sind Kaufleute für Büromanagement, Einzelhandelskaufleute, Kfz-Mechatroniker, Industriekaufleute und Verkäufer.

‎„Angesichts der starken Konjunktur setzen die Betriebe mehr denn je auf den eigenen Fachkräftenachwuchs, die passenden Bewerber bleiben aber Mangelware“, ‎sagt Otto Heinz, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des Regionalausschusses Erding-Freising. Heinz betont, dass der Engpass in ganz Oberbayern wie schon in den Vorjahren quer durch alle Branchen geht: „Es werden zwar nach wie vor besonders angehende Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Köche und Hotelfachleute gesucht, aber auch Bürokaufleute, Bankkaufleute und Lagerlogistiker fehlen“. Der Moosburger Unternehmer führt den Bewerbermangel auf stagnierende Schulabgängerzahlen sowie den Trend zur Akademisierung zurück. Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 57 Prozent.

Um das Image der Ausbildung zu verbessern, fordert Heinz eine bessere Berufsorientierung an den Schulen: „Die duale Ausbildung ist eins der größten Erfolgs­geheimnisse unserer Zeit. Es gibt keinen besseren Start ins Berufsleben. Die Schüler und ihre Eltern können zu Recht stolz sein, wenn sie sich für eine Ausbildung und damit für eine solide Zukunftsperspektive entscheiden“. Haben Betriebe Probleme in der Ausbildung, geben laut einer IHK-Umfrage 76 Prozent von ihnen an, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen im Landkreis Erding stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent. Insgesamt gibt es aktuell 197 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe, geringfügig weniger als noch vor einem Jahr. Bayernweit bilden die IHK-Betriebe Jugendliche in mehr als 240 Berufen aus und stehen ‎für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Die Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Ausbildungsbereiche, neben Industrie, Handel und Dienstleistung gehören dazu auch das Handwerk und die freien Berufe.

Zahlreiche freie Lehrstellen in Erding mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden.