Wenn Ihr Kind den Weg in seine berufliche Zukunft sucht, spielen Sie als Eltern eine zentrale Rolle. Gut informiert können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, passende Karrierewege zu entdecken, Entscheidungen sicherer zu treffen und den Übergang in die Arbeitswelt erfolgreich zu gestalten.

Die IHK für München und Oberbayern bietet Ihnen hierfür zahlreiche nützliche – und vielleicht auch überraschende – Informationen sowie Empfehlungen zur dualen Ausbildung.

Die duale Ausbildung – weltweit einzigartig

Verkehrsschild: Das Wort

Eine duale Ausbildung bietet ebenso viele berufliche Chancen wie eine akademische Ausbildung – praxisnah, zukunftssicher und mit starken Karriereperspektiven.

Was ist eine duale Ausbildung?

Eine duale Ausbildung bedeutet für junge Menschen den direkten Einstieg ins Berufsleben – gleich im Anschluss an die Schulzeit. Ihr Kind wählt einen Beruf, der zu seinen Interessen passt, und erlernt diesen sowohl praktisch als auch theoretisch.

Die duale Ausbildung verbindet Wissen und Können auf einzigartige Weise: Ihr Kind arbeitet vom ersten Tag an im Betrieb mit, sammelt betriebliche Erfahrung und wächst Schritt für Schritt in die Aufgaben seines zukünftigen Berufs hinein. Gleichzeitig besucht Ihr Kind die Berufsschule, in der es das Fachwissen erhält, das es für den Berufsalltag braucht.

Der Bayerische Industrie- und Handelskammerstag hat ebenfalls wichtige Informationen für Eltern zusammengestellt.

Ausbildung als Start in eine sichere Zukunft

Gut ausgebildete Fachkräfte werden händeringend gesucht – und viele Ausbildungsbetriebe übernehmen ihre Auszubildenden direkt nach der Prüfung.

Neben einer klaren beruflichen Perspektive bietet die Ausbildung auch finanzielle Sicherheit: Auszubildende erhalten vom ersten Tag an eine faire Vergütung.

Übrigens: Wussten Sie schon, dass Ihr Kind mit einer Ausbildung über das gesamte Berufsleben hinweg ähnlich gut verdienen kann wie mit einem Studium?

Wie lange dauert eine Ausbildung?

Bild eines Tisches mit Büchern und Heften in die hineingeschrieben wird. (Symbolbild)

In der Regel liegt die Ausbildungszeit zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Während dieser Zeit legt Ihr Kind eine Zwischenprüfung ab, bevor am Ende die Abschlussprüfung folgt. Die Dauer kann sich verkürzen, wenn Ihr Kind bereits einen höheren Schulabschluss oder Berufs-erfahrung mitbringt, über 21 Jahre alt ist oder durch besonders gute Leistungen überzeugt.

Welche Rolle spielt die IHK in der Ausbildung?

Die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern übernimmt eine zentrale Aufgabe in der beruflichen Bildung: Sie sorgt dafür, dass die Qualität der Ausbildung verlässlich und überprüfbar bleibt.

In der Ausbildung erfasst die IHK München Ausbildungsverträge, prüft die Betriebe auf ihre Eignung und unterstützt sie bei der praktischen Umsetzung. Darüber hinaus plant und organisiert sie die Abschlussprüfungen, entwickelt die Prüfungsinhalte, führt die Prüfungen durch und stellt die Zeugnisse aus.

Minderjähriges Kind? Darauf sollten Sie achten!

Mutter und Sohn im Wohnzimmer (Symbolbild)

Für Jugendliche gelten die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Daher müssen Vorschriften wie die ärztliche Erstuntersuchung vor Ausbildungsbeginn (die nicht älter als 14 Monate sein darf) sowie die täglichen Arbeitszeiten beachtet werden.

In der Regel dürfen Jugendliche höchstens acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich arbeiten. Nur in Ausnahmefällen ist eine Arbeitszeit von bis zu 8,5 Stunden pro Tag zulässig. Die Bayerische Gewerbeaufsicht hat hierzu die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Wie unterstützt die IHK München bei der Berufsorientierung?

Gruppenfoto verschiedener Auszubildender der IHK München

Die IHK für München und Oberbayern bietet eine Vielzahl von Programmen und Veranstaltungen an, mit denen Jugendliche und ihre Eltern einen authentischen und praxisnahen Einblick in die Vielfalt der Ausbildungsberufe sowie die Lebenswelt von Auszubildenden gewinnen können.

Erfahren Sie zum Beispiel im Karriere-Talk bei den IHKjobfit-Ausbildungsmessen , wie Sie ihr Kind auf dem Weg zur passenden Ausbildung ideal unterstützen können, oder tauschen Sie sich im Eltern-Café mit anderen Eltern zum Thema Berufswahl aus.

Ein weiteres Ausbildungs-Event bieten wir 2026 zum zweiten Mal an: Das IHK AzubiRiesenrad im Werksviertel Mitte in München dreht wieder seine Runden. Dieses Jahr können interessierte Jugendliche und Eltern auch schulunabhängig teilnehmen – der Eintritt ist kostenfrei.

Das sind nur zwei Beispiele aus unserem vielfältigen Angebot – hier erfahren Sie mehr:

Aktuelle Veranstaltungen

25.04.2026

IHKjobfit! in Rosenheim

Die große Ausbildungsmesse für Rosenheim und die Region

14.07.2026 - 15.07.2026

IHK AzubiRiesenrad in München

Zweitägiges Ausbildungsevent im Werksviertel

Zweifelt Ihr Kind am Studium? Wir helfen!

Junge Frau mit roten Haaren hält sich die Hände vors Gesicht. (Symbolbild)

Ihr Kind studiert bereits, ist aber nicht sicher, ob es die richtige Entscheidung war? IHK-Bildungsberater/-innen helfen Studierenden, die an ihrem Studium zweifeln – und bieten Orientierung und Beratung zu Alternativen im dualen System der beruflichen Bildung.

Weitere Informationen finden Sie hier: Switch zur Ausbildung

Das Informations-, Beratungs- und Innovationszentrum zu Alternativen für Studienzweifler/-innen (IBIzA) begleitet junge Erwachsene unkompliziert und professionell beim "Switch zur Ausbildung".

Ist ein Auslandsaufenthalt während der Ausbildung möglich?

Flaggen verschiedener Länder wehen im Wind (Symbolbild)

Ja! Auch in der dualen Ausbildung ist ein Auslandsaufenthalt möglich. Bis zu einem Viertel der gesamten Ausbildungszeit können Azubis nach dem Berufsbildungsgesetz im Ausland verbringen.

Wichtig ist, dass der Ausbildungsbetrieb und die Berufsschule vorher zustimmen. Weitere Informationen finden Sie bei Erasmus+ und auf der Seite Mein Auslandspraktikum.

Hier erfahren Sie mehr: Auslandsaufenthalt während der Ausbildung

Rechte und Pflichten von Auszubildenden

Junge Frau in der Ausbildung (Symbolbild)

Damit die Ausbildung gut und fair verläuft, ist es wichtig, dass Sie und Ihr Kind die zentralen Rechte und Pflichten von Auszubildenden kennen. Das Berufsbildungsgesetz regelt, dass Auszubildende Anspruch auf eine fachlich fundierte Ausbildung, eine angemessene Vergütung sowie Urlaub, Fürsorge durch den Betrieb und die Freistellung für die Berufsschule haben.

Gleichzeitig zählen eine sorgfältige Arbeitsweise, die Einhaltung der Arbeitszeiten, die Teilnahme am Unterricht und ein verantwortungsvoller Umgang mit Arbeitsmaterialien zu den wesentlichen Pflichten von Auszubildenden. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat alle relevanten Rechte und Pflichten in der Ausbildung für Sie zusammengefasst.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Junge Frau blickt durch ein Papierrohr (Symbolbild)

Nach einem erfolgreichen IHK-Abschluss stehen Ihrem Kind alle Türen offen: Die duale Ausbildung bietet vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten, die oft unterschätzt werden.

Zunächst ermöglichen fachspezifische Fortbildungen , die Karriereleiter im Betrieb zu erklimmen. Titel wie Fachwirt oder Meister sind im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) dem akademischen Bachelor gleichgestellt. Sie qualifizieren für Führungspositionen und eröffnen oft den Weg ins mittlere Management.

Wer noch weiter hinaus möchte, kann den Betriebswirt (IHK) anstreben, der auf Master-Niveau (DQR 7) liegt. Zudem ist der IHK-Abschluss ein „Türöffner“ zur Hochschule: Auch ohne Abitur ist ein Studium unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. durch Berufserfahrung) möglich.