Veranstaltung mit dem ifo-Institut zu 200 Jahre Ricardo

Globalisierung ist nicht mehr zu stoppen

Vor 200 Jahren verschaffte David Ricardo der Idee des Freihandels zum Durchbruch. Damals wie heute steht der Freihandel in der Diskussion. Dies wurde auf der Diskussionsveranstaltung "Wie sieht die Zukunft der Globalisierung" des ifo-Instituts bei der IHK deutlich. Stoppen lässt sich die Globalisierung nicht und es gibt keinen einfachen Weg, das war Fazit der Veranstaltung.

David Ricardo war vor 200 Jahren der bahnbrechende Vordenker für den Freien Handel, dem er Nutzen für alle beteiligten Länder zugestand - auch, wenn sie unter relativen Kostennachteilen leiden. In der Diskussion wurde deutlich, dass der Weg der Globalisierung nicht zu stoppen ist. "Das wird ein harter Ritt", fasste Prof. Richard E. Baldwin vom The Graduate Institute of International and Development Studies in Genf zusammen.

Baldwin sagte auch, dass sich die Globalisierung mit den Instrumenten von Trump & Co nicht verhindern lasse. Längst verlagerten die Unternehmen nicht nur Produktion und Kapital ins Ausland. Auch Wissen, Forschung und Entwicklung gehen über die Grenzen.

Die Globalisierung bedeute einen Siegeszug der Personaldienstleister, die etwa Thailänder für arabische Haushalte oder IT-Kräfte aus Russland und Pakisten an westliche Konzerne vermittelten.

Skeptisch äußerte sich Ex-ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Die derzeit starke nationalistische Tendenz sei zum Schaden aller. IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen rief die Wirtschaft dazu auf, sich dagegen zu stemmen, dass Freihandelsgegner die Debatten bestimmten.

Er wehrte sich gegen das Konzern-Bashing. Unternehmen seien heute sehr wohl bereit, auch in Lieferketten Verantwortung zu übernehmen. Beim Freihandel müssten auch Klimaschutz, Menschenrechte und fairer Wettbewerb berücksichtigt werden. Eine Aussage, die der grüne Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek unterstützte.

Sinn lieferte sich mit foodwatch-Chef Thilo Bode eine hitzige Debatte über den EU-Handel mit Afrika. In der Kernaussage stimmte Sinn dem Verbraucherschützer zu. "Der Protektionismus der EU schadet Afrika mehr als alle Entwicklungshilfe nutzt."