Pressemeldung vom 26.03.2020

Coronavirus: Bayerische Wirtschaft im Krisen-Modus

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Die Coronakrise führt zu immer deutlicheren Bremsspuren in der bayerischen Wirtschaft. 82 Prozent der befragten Betriebe rechnen mit Umsatzeinbußen fürs Geschäftsjahr 2020, davon über die Hälfte mit Rückgängen um mehr als ein Viertel. 46 Prozent aller Befragten wollen in Folge der Krise ihre Investitionen zurückfahren, 36 Prozent müssen Personal abbauen.

IHK-Umfrage: Investitionen brechen ein / Jeder dritte Betrieb muss Personal abbauen

Bloß vier Prozent der Betriebe erwarten steigende oder unveränderte Umsätze, nurmehr drei Prozent wollen Personal aufstocken. An der Umfrage haben sich rund 1.200 bayerische Unternehmen beteiligt.

„Die bayerische Wirtschaft ist im Krisenmodus. Die Coronakrise schlägt in einer Geschwindigkeit und einem Ausmaß auf die Wirtschaft durch, wie wir es noch nie gesehen haben. Die Aussichten auf einen bescheidenen Aufschwung vom Jahresbeginn haben sich komplett zerschlagen“, sagt Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK). Während Branchen wie Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie massiv unter den angeordneten Schließungen leiden, kämpfen viele andere Sparten mit einbrechender Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen, aber auch mit logistischen Problemen und Mitarbeiterfehlzeiten durch Krankheitsfälle, Quarantänen und die Einschränkungen für Pendler, etwa aus Tschechien.

Die Umfrage zeigt laut BIHK, dass die staatlichen Hilfspakete in der Krise zum Großteil an der richtigen Stelle ansetzen. Mehr als drei Viertel (79 Prozent) der befragten Unter­nehmen setzen auf Kurzarbeit, zwei Drittel (63 Prozent) auf die Möglichkeiten zu Stundungen von Steuern und Sozialabgaben. 58 Prozent der Befragten zeigen Interesse an der Soforthilfe, die vom Freistaat Bayern entwickelt und bundesweit am schnellsten umgesetzt wurde. Über 150.000 Anträge auf Soforthilfe haben bayerische Selbstständige und Mittelständler schon gestellt. „Wir sind in einem Wettlauf gegen die Zeit. Das Wichtigste ist, dass diese Hilfen über alle Verwaltungsebenen schnell und unbürokratisch in den Blutkreislauf der Unternehmen kommen. Sonst droht bei ausbleibenden Umsätzen ein Insolvenz-Tsunami“, sagt Gößl.

Ebenfalls müssten die Hilfsprogramme fortlaufend an die Dauer und Schwere der Krise angepasst werden. Hier stehen bei den Unternehmen laut Umfrage Steuersenkungen, Soforthilfen und Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld an erster Stelle. Jeder fünfte befragte Unternehmer spricht sich für staatliche Beteiligungen an systemrelevanten Betrieben in Not aus.

„Gemeinsam müssen sich jetzt Politik, Gesundheitsexperten und Wirtschaft an die Planung machen, wie wir das öffentliche Leben und damit die Wirtschaft nach Ostern so schnell wie möglich, aber auch so verantwortungsvoll wie nötig wieder hochfahren. Diesen Hoffnungsschimmer brauchen unsere Unternehmen dringend“, so der BIHK-Chef.