Pressemeldung vom 03.03.2020

Coronavirus: Tourismus und Messewirtschaft mit herben Umsatzeinbrüchen

Die Coronavirus-Epidemie bringt immer mehr Unternehmen in Schwierig­keiten. Absagen von Messen und Großereignissen, die zunehmende Reisezurück­haltung und steigende Besorgnis vor Menschenansammlungen wirken sich aktuell besonders in Hotellerie und Gastronomie, in Reisebüros, bei Messedienstleistern sowie in der Freizeit- und Kulturwirtschaft aus.

IHK München fordert großzügige Regeln für Kurzarbeit sowie Steuer- und Abgabenstundungen

In Einzelfällen melden Hotels bereits drastische Umsatzeinbrüche auf ein Drittel des normalen Niveaus. Dazu kommen viele Industrie­betriebe, die unter unterbrochenen Lieferketten aus China sowie Absatzproblemen in Bayerns zweitgrößtem Exportmarkt leiden.

„Die betroffenen Firmen brauchen jetzt ein Bündel an Sofortmaßnahmen, um ihre Liquidität und damit auch die Arbeitsplätze zu sichern. Dazu gehört eine schnelle und praxisnahe Umsetzung von Kurzarbeit sowie allgemeine Steuerstundungen durch den Fiskus, um die Firmenkassen vorübergehend zu entlasten. Die Sozialversicherungs­träger sollten sich auf Betriebe mit gravierenden Liquiditätsproblemen einstellen und schnell und unkompliziert mit Stundungen der Sozialbeiträge über die Durststrecke helfen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. Gößl begrüßt, dass Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) umgehend die Anregung der IHK aufgegriffen hat, den aus der Finanzkrise bewährten Mittelstandsschirm mit Bürgschaften und Betriebsmittelkrediten wiederzubeleben.

„Die Rückkehr zur Normalität ist aktuell noch nicht absehbar. Die Ausfälle durch den Coronavirus werden das bayerische Wirtschaftswachstum in jedem Fall im ersten Halbjahr dieses Jahres deutlich beeinträchtigen“, so der IHK-Chef. Deswegen seien nun auch wachstumspolitische Maßnahmen für das Durchstarten der Wirtschaft nach Abebben der Corona-Krise unausweichlich. „Mit den schon lange von der Wirtschaft geforderten niedrigeren Unternehmenssteuern und niedrigeren Strompreisen muss die Bundesregierung die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts wiederherstellen und den Grundstein für einen nachhaltigen Aufschwung legen“, fordert der IHK-Chef. Die IHK für München und Oberbayern stellt bereits seit Ende Januar praktische und fortlaufend aktualisierte Informationen zur Coronavirus-Krise auf ihrer Webseite unter www.ihk-muenchen.de/coronavirus bereit. Dort weist die IHK auch darauf hin, dass Arbeitgeber für Arbeitsausfälle in Folge von behördlich angeordneten Quarantänen laut Infektionsschutzgesetz staatliche Entschädigungen in Anspruch nehmen können.