Pressemeldung vom 20.11.2019

Blockchain für fälschungssichere Zeugnisse

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© Staatsministerium für Digitales

In einem High-Tech-Vorzeigeprojekt testen Staatsregierung und Wirtschaft ab nächstem Jahr fälschungssichere Ausbildungszeugnisse. Die IHK für München und Oberbayern wird in Kooperation mit dem Digitalministerium im nächsten Frühjahr die ersten digitalen Zeugnisse ausstellen.

Kooperation für erste Blockchain-Anwendung im öffentlichen Bereich

Die Blockchain ist eine Schlüsseltechnologie der digitalen Transformation. Bislang gibt es noch kaum konkrete Anwendungsfälle. Digitalministerin Judith Gerlach will das jetzt ändern: „Wir reden nicht nur über die Blockchain. Wir wagen den Sprung in die Anwendung. Gemeinsam mit der IHK nehmen wir uns jetzt fälschungssichere Zeugnisse vor. Das bietet einen enormen Vorteil, für Bewerber ebenso wie für die Betriebe. Die Echtheit von Zeugnissen lässt sich so mit wenigen Klicks überprüfen. Das ist eine Art digitales Gütesiegel – Blockchain ‚Made in Bavaria‘ statt Beglaubigung. Die verifizierten Zeugnisse bedeuten für alle Beteiligten weniger Kosten und Aufwand. Gleichzeitig schaffen wir damit Hürden für digitale Bewerbungsprozesse ab und erhöhen die Glaubwürdigkeit der eingereichten Dokumente.“

IHK-Präsident Eberhard Sasse: „Mit der ersten Blockchain-Anwendung für Zeugnisse in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsregierung schlagen wir eine Bresche für diese neue Technologie und für mehr Effizienz. Die IHK für München und Oberbayern gibt pro Jahr mehr als 30.000 Zeugnisse und Zertifikate aus. Täglich erreichen uns Anfragen zur Bestätigung der Echtheit dieser Dokumente. Der Aufwand ist enorm, sowohl für die IHK als auch die anfragenden Betriebe. Unser Ziel ist, im ersten Schritt die jährlich rund 15.000 Zeugnisse unserer IHK-Abschlussprüfungen in der beruflichen Bildung ab Frühjahr 2020 mit Blockchain-Technologie auszustellen.“

Bislang war es nicht möglich, diese Zeugnisse orts- und zeitunabhängig auf ihre Echtheit hin zu überprüfen. Oft war eine teure, beglaubigte Kopie erforderlich. Mit dem heute gestarteten Projekt schaffen IHK und Digitalministerium gemeinsam die Voraussetzung dafür, dass kleine und mittelständische Betriebe in Bayern ab kommendem Frühjahr die Blockchain schnell, kostengünstig und benutzerfreundlich für die Verifikation von Zeugnissen und Zertifikaten nutzen können. Dafür entwickeln IHK und Digitalministerium eine Webanwendung, mit der Unternehmen die Zeugnisse durch Blockchain-basierte Hashwerte auf Echtheit überprüfen können. Die Blockchain-Technologie gewährleistet die Glaubwürdigkeit der Dokumente, und dass keine personenbezogenen Daten gespeichert werden müssen. Das Digitalministerium unterstützt das gemeinsame Projekt mit IT-Knowhow und Infrastruktur und wird so zu einem Kernknoten der Zeugnis-Blockchain.

Die Ministerin weiter: „Die Zeugnisse sind ein erster Schritt für die konkrete Nutzung von Blockchain in der Verwaltung und lässt sich theoretisch auf jede Art von Dokument, egal ob Zeugnis, Urkunde oder Vertrag ausweiten. Wir wollen bald noch weitere Praxisanwendungen starten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Weniger Aufwand und Kosten für alle Beteiligten, Beschleunigung von Prozessen und die Garantie für mehr Datensicherheit. Wir setzen so ein klares Zeichen für moderne Abläufe und die digitale Transformation in der Verwaltung.“

Zum Start des Projekts unterzeichneten Digitalministerin Judith Gerlach und IHK-Präsident Dr. Eberhard Sasse eine gemeinsame Erklärung.