04.01.2019

Bergbahnen rechnen mit gutem Wintergeschäft

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Nach dem wetterbedingt verhaltenen Auftakt der Wintersaison kommen die ergiebigen Schneefälle der ersten Januarwoche den oberbayerischen Bergbahnbetrei­bern gerade recht. Laut aktueller Saisonumfrage der IHK für München und Oberbayern rechnen nur zehn Prozent der heimischen Lift- und Bergbahnbetreiber mit schlechteren Geschäften als in der vorherigen Wintersaison.

IHK-Umfrage: Höhere Investitionen und Preise /
Urbane Seilbahnen gegen Verkehrsinfarkt‎

40 Prozent der Befragten erwarten sogar bessere Geschäfte, die Hälfte geht von einer gleichbleibenden Entwicklung aus.

Die Investitionsbereitschaft der Betreiber bleibt hoch: 40 Prozent haben ihr Investitions­budget für Ersatzbeschaffungen oder den Neubau von Liftanlagen und Technik erhöht, 20 Prozent der Befragten stemmen ähnliche hohe Investitionen wie im Vorjahr. Die Zahlen verweisen nach IHK-Einschätzung sowohl auf steigenden Wettbewerbsdruck als auch auf die zunehmend geringere Schneesicherheit, die zum Beispiel Investi­tionen in Schneekanonen notwendig macht. 60 Prozent der befragten Betriebe geben an, die Ticketpreise erhöht zu haben.

Eine Rolle dabei spielt neben den steigenden Investitionen auch der zunehmende Fachkräftemangel, der wiederum zu höheren Personalkosten führt. Die Hälfte der Liftbetreiber wollte zum Saisonauftakt mehr Stellen besetzen als im Vorjahr, was aber nur in wenigen Fällen problemlos möglich war.

Die Mehrheit der Bergbahnbetreiber blickt äußerst zufrieden auf die vergangene Sommersaison zurück. Der lang anhaltende Sommer mit relativ wenigen Schlecht­wettertagen brachte mehr als zwei Dritteln der Bergbahnbetreiber eine bessere Geschäftslage als im Vorjahr ein. Vier Fünftel der Bergbahnen erzielten höhere Umsätze als im Vorjahr.

In ihrem Bergbahn-Saisonbericht spricht sich die IHK auch für urbane Seilbahnen aus. Solche Seilbahnen seien richtungsweisend, um die Verkehrssysteme in Ballungs­räumen zu entlasten. Zudem würden sich die Investitionen auf nur ein Zehntel der Summe für eine vergleichbare U-Bahn-Strecke belaufen. Die IHK unterstützt daher die angelaufenen Planungen für eine 4,5 Kilometer lange Tangentiale, die drei U-Bahnhöfe im Münchner Norden verbinden würde.