14.12.2018

Driessen: „Konstruktionsfehler der Energiewende treten immer mehr zu Tage“‎

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Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) kritisiert, dass die Bayerische Staatsregierung bislang kein realistisches Konzept für die Umsetzung der Energiewende präsentiert hat.

Wirtschaftlicher Betrieb von Gaskraftwerken in Bayern nach aktuellem Stand nicht möglich

„Seit Jahren diskutieren wir die Stromtrassen, über die nun kein Wort mehr verloren wird. Jetzt sollen es Gaskraftwerke richten, für die ein wirtschaftlicher Betrieb in Bayern im aktuellen regulatorischen Rahmen nicht möglich ist. Demzufolge wird sich kein Betreiber finden. Wir drehen uns bei der Energiewende seit Jahren im Kreis und kommen keinen Schritt vorwärts“, beklagt BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen.

Bayern erzeugt aktuell 37 Prozent seines Stroms aus Kernkraft. „Die Betriebe brauchen jetzt Planungssicherheit, wie die Stromversorgung nach Abschaltung der Kernkraftwerke spätestens Ende 2022 zu annehmbaren Preisen aussehen soll“, unterstreicht Driessen. „Lediglich mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und regionaler Verteilernetze bekommen wir die Energiewende und Rund-um-die-Uhr-Versorgungssicherheit in Bayern nicht hin“, so der BIHK-Chef. Bayern laufe mit dem Fokus auf regionale Kapazitätsmärkte und teure Gaskraftwerke zur Kapazitätssicherung Gefahr, dass die Strompreise weiter steigen und energieintensive Branchen andere Standorte suchen. „Ohne neue Stromtrassen wird die Energiewende nicht funktionieren“, sagt Driessen. Bereits jetzt hat Deutschland die höchsten Industriestrompreise in der EU. Damit hat Bayern erhebliche Wettbewerbsnachteile, beispielsweise gegenüber seinen Nachbarn Österreich und Tschechien.