15.09.2016

Standortfaktor Gewerbesteuer: Hebesätze in Oberbayern auf niedrigem Niveau

gewerbesteuer

In Oberbayern bleibt die Gewerbesteuer unter dem bayerischen und bundesdeutschen Durchschnitt. Wie aus der neuen Broschüre der IHK für München und Oberbayern hervorgeht, beträgt der durchschnittliche Hebesatz im Regierungsbezirk 331 Prozent.

IHK-Übersicht zur Gewerbesteuer / durchschnittlicher Hebesatz von 331 Prozent‎

Für Unternehmen ist die Höhe des geltenden Gewerbesteuer-Hebesatzes ein entscheidender Faktor bei der Standortwahl. Oberbayerische Betriebe werden vergleichsweise wenig belastet: Bayernweit liegt der Wert 8 Prozent, bundesweit sogar 66 Prozent höher.

Städte und Gemeinden legen diesen Wert individuell fest. Die Gewerbesteuer gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen der kommunalen Haushalte. Immer wieder wird jedoch eine Erhöhung des Hebesatzes als Instrument zur Haushaltssanierung genutzt. „Eine kontraproduktive Maßnahme, da eine Gemeinde somit im Standortwettbewerb langfristig an Attraktivität verliert. Eine Konsolidierung der kommunalen Haushalte darf in keinem Fall auf dem Rücken der Unternehmen ausgetragen werden“, so Robert W. Obermeier, Chef-Volkswirt der IHK. Seit dem Vorjahr haben in Oberbayern nur zwölf von 500 Kommunen den Hebesatz erhöht.

In der Broschüre sind die derzeit geltenden Gewerbesteuer-Hebesätze aller oberbayerischen Städte und Gemeinden zusammengefasst. Spitzenreiter bleibt die Landeshauptstadt München mit 490 Prozent, es folgen die Gemeinde Kirchberg im Landkreis Erding mit 470 sowie die beiden kreisfreien Städte Ingolstadt und Rosenheim mit jeweils 400 Prozent.

Den niedrigsten Hebesatz von 240 Prozent rufen die Gemeinden Grünwald (Landkreis München), Pöcking (Landkreis Starnberg) und Stammham (Landkreis Altötting) auf. Bemessungsgrundlage für die Steuer ist der Gewerbeertrag eines Unternehmens.