22.05.2018

Oberbayerns Lebensmittelindustrie auf Wachstumskurs ‎

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© 279phot Studie /shutterstock

Die oberbayerischen Unternehmen der Lebensmittelbranche verzeichnen bei Mitarbeitern und Umsatz kräftige Zuwächse, so eine aktuelle Branchenstudie der IHK für München und Oberbayern. 2016 zählten die Betriebe 34.000 Beschäftigte, ein Plus von über 15 Prozent seit 2010. Mehr als jeder Vierte der in der bayerischen Lebensmittelindustrie Beschäftigten arbeitet damit in Oberbayern. Auch die Anzahl der oberbayerischen Betriebe stieg im selben Zeitraum um fast 17 Prozent auf 286. Insgesamt erwirtschaftete die Branche 2016 einen Umsatz in Höhe von acht Milliarden Euro.

IHK-Studie: Lebensmittel made in Oberbayern immer beliebter im Ausland

Sie schulterte somit weit über ein Viertel (28,7 Prozent) der gesamtbayerischen Umsätze. Das Umsatz­wachstum zwischen 2010 und 2016 belief sich auf beachtliche 20 Prozent. Bei den Produkten zählen nicht nur Bier, sondern auch Fleischerzeugnisse, Milch­produkte sowie Back- und Teigwaren zu den Spitzenreitern.

Egal ob Weißbier, Camembert oder Salzbrezeln, Lebensmittel aus Oberbayern erfreuen sich auch im Ausland zunehmender Beliebtheit. 2016 beliefen sich die Auslandsumsätze auf 1,51 Milliarden Euro und legten damit seit 2010 um über ein Viertel zu. Exportschlager sind Erzeugnisse der Milchverarbeitung. Auf sie entfallen über 58 Prozent des Auslandsumsatzes. Vor allem Länder in Süd- und Osteuropa sind wichtige Absatzmärkte, Käse ist das am meisten nachgefragte Produkt.

Bei den Getränken werden in Oberbayern 1,51 Milliarden Euro, das sind über drei Viertel aller Getränkeumsätze, mit Bier erzielt. In ganz Bayern sind es rund 55 Prozent. Mit 139 Braustätten belegt Oberbayern nach Oberfranken (173 Brauereien) den zweiten Platz bei der Bierproduktion. Mikrobrauereien, inspiriert durch die Craft-Beer-Bewegung, gewinnen für die bayerische Bierwirtschaft zunehmend an Bedeutung, auch wenn das produzierte Volumen noch gering ausfällt.

In der Fleischverarbeitung sind qualitativ hochwertige Produkte das Aushänge­schild der Branche. Artgerechte Tierhaltung und nachhaltiges Wirtschaften treffen in Oberbayern dank der familiären Betriebsstrukturen mit hoher Verarbeitungstransparenz auf sehr gute Standortbedingungen. Oberbayerische Betriebe erwirtschafteten 2016 mit Fleischwaren rund 0,68 Milliarden Euro.

„Oberbayerns Lebensmittelindustrie entwickelt sich äußerst dynamisch. Wirtschaftlich wie kulturell ist sie für unsere Region von großer Bedeutung“, stellt Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, fest. „Um ihre Wettbewerbsfähigkeit – auch auf internationalem Parkett – zu sichern und auszubauen, müssen die Betriebe jedoch verstärkt auf innovative technologische Lösungen in Produktion und Qualitätssicherung setzen“, so der IHK-Chef weiter. Trends wie die Digitalisierung oder die zunehmenden Forderungen der Kunden nach nachhaltig produzierten Lebensmitteln seien deshalb laut Driessen für die Betriebe nicht nur als Herausforderung zu verstehen, sondern böten ihnen vor allem echte unternehmerische Chancen.