08.10.2018 - Landsberg

Gewerbesteuer bleibt für Kommunen wichtige Einnahmequelle ‎

gewerbesteuer_fotolia_121398902_marcus_hofmann
© marucs_hofmann / fotolia

Über 74,5 Millionen Euro an Brutto-Gewerbesteuereinnahmen konnten die Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis Landsberg am Lech 2017 verbuchen, so die Auswertung des Bayerischen Landesamts für Statistik.

Durchschnittlicher Hebesatz im Landkreis liegt bei 331 Prozent

Damit stand die Gewerbesteuer für über 37 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen. Drei gewerbesteuerberechtigte Landkreisgemeinden erhöhten ihre Gewerbesteuerhebesätze. Oberbayernweit waren es weitere 28 von insgesamt 500. Nur drei Kommunen aus dem Regierungsbezirk nahmen Senkungen vor.

Reinhard Häckl, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Landsberg am Lech, appelliert an die Kommunen, sorgsam mit dieser Einnahmequelle umzugehen, denn die steuerliche Belastung der Betriebe wachse unaufhörlich. Mit 331 Prozent liegt der durchschnittliche Hebesatz im Landkreis derzeit leicht unter dem Wert von 334 Prozent für Oberbayern. Bayernweit liegt der Durchschnitt bei 339 Prozent und damit deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 364 Prozent. Laut Häckl habe die Höhe der Gewerbe­steuer bei der Standortwahl der Betriebe einen großen Einfluss. „Es ist deshalb sehr wichtig, dass die steuerliche Belastung der Unternehmen nicht weiter steigt“, erklärt der Vorsitzende. Er fordert: „Hebesätze dürfen nicht zum Spielball kommunaler Eigeninteressen werden. Ist das finanzielle Korsett für die Unternehmen zu eng geschnürt, investieren die Betriebe weniger. Und das wirkt sich nachteilig auf ihre Bereitschaft zu Innovationen aus, was letztendlich dem Standort insgesamt schadet.“

Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz waren 2017 die Gemeinden Dießen am Ammersee, Kaufering, Kinsau und Prittriching mit jeweils 380 Prozent. Den niedrigsten Hebesatz von 270 Prozent rief die Gemeinde Eching am Ammersee auf, gefolgt von Denklingen, Geltendorf, Greifenberg, Hofstetten, Rott, Schondorf am Ammersee, Schwifting, Weil und Windach mit 300 Prozent und Finning, Reichling und Utting am Ammersee mit 310 Prozent. Ihre Sätze erhöht haben Apfeldorf (350 Prozent), Geltendorf (330 Prozent) und Igling (360 Prozent).

Die IHK-Broschüre „Gewerbesteuer in Oberbayern“ mit rechtlichen Grundlagen und allen oberbayerischen Hebesätzen ist unter www.ihk-muenchen.de/gewerbesteuer verfügbar.