17.07.2018 - Garmisch-Partenkirchen

Starke Dachmarke für starken Tourismus ‎

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© IHK

Welchen Herausforderungen der regionale Tourismus gegenübersteht und wie er sich bestmöglich für die Zukunft rüsten kann, darüber diskutierte der IHK-Regionalausschuss Garmisch-Partenkirchen in seiner jüngs­ten Sitzung mit Vertretern der Zugspitz Region und Sigrid Meierhofer, 1. Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen (SPD). „Zwar erleben wir im Tourismus derzeit goldene Zeiten, aber gerade deshalb dürfen wir uns vor den offensicht­lichen Herausforderungen nicht wegducken. Das ist zum einen die Digitalisierung und zum zweiten die dringend benötigte Dachmarke für die touristische Vermark­tung unserer gesamten Region“, begrüßte Peter Lingg, Vorsitzender des IHK-Re­gionalausschusses, Unternehmer und Gäste.

Lingg: „Digitalisierung entscheidet im Tourismus über Gewinner und Verlierer ‎

Wie sich die Digitalisierung auf die Tourismusbetriebe auswirke, erläuterte Martin Drognitz, Referatsleiter Tourismus bei der IHK für München und Oberbayern. „Inzwischen ist sie in allen Reisephasen angekommen. Das fängt bei der Online-Buchung an, geht über die digitale Begleitung des Gastes während seines Aufenthalts vor Ort bis hin zur für die Betriebe sehr wichtigen Bewertungsphase nach der Reise.“ Drognitz stellte Angebote aus der oberbayerischen Tourismus-Initiative „Echt digital“ vor, mit denen insbesondere kleinen Betrieben geholfen werden soll, den Schritt über die digitale Schwelle zu gehen.

Breiten Raum nahm die Diskussion um den Prozess der Dachmarkenbildung für die Region ein. Laut Tanja Brunnhuber, zuständig für das Dachmarken-Manage­ment bei der Zugspitz Region GmbH, arbeite man bereits seit einem Jahr an einem auf die Zukunft ausgerichteten Markenprofil. Ziel müsse es sein, alle Einzelinteressen unter einen Hut zu bringen und durch eine enge Zusammen­arbeit mit den Kommunen weitere Synergien zu nutzen, so Brunnhuber. In einem fortlaufenden Prozess würde die Marke in den Köpfen der Menschen lebendig und positiv verankert werden. Die Markenentstehung im benachbarten Allgäu sei ein gutes Beispiel dafür.

Brunnhuber zeigte sich überzeugt, dass die Region um Deutschlands höchsten Berg das Potenzial habe, die Menschen im Landkreis nach innen zu vernetzen und somit eine einzigartige Chance für die Vermarktung nach außen böte. Das bestätigten auch viele der anwesenden Unternehmer. „Etwas Besseres als die Zugspitze kann es doch gar nicht geben“, brachte es Ehrenvorsitzender Gerhard Lutz auf den Punkt. Der Gast fahre in eine Region, der genaue Zielort sei letztendlich egal, so Lutz.

Auch Meierhofer betonte, wie wichtig es für die Zukunft als Tourismusstandort sei, die Region insgesamt zu vermarkten: „Kleinteiliges Denken hat keine Zukunft.“ Im selben Atemzug betonte die Bürgermeisterin, dass man sich mit dem Prozess nicht zu viel Zeit lassen dürfe, denn aktuell sei es um die Bezie­hungen zwischen Kommunen und Landkreis sehr gut bestellt.