30.05.2018 - Berchtesgadener-Land

Wieder mehr Gründer im Berchtesgadener Land

Nach dem Rückgang 2016 wollten im vergangenen Jahr wieder mehr Menschen im Landkreis ihr eigener Chef werden. Wie die ‎IHK für München und Oberbayern mitteilt, meldeten 2017 insgesamt 854 Personen ein Gewerbe an, ein Plus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 790 Fällen handelte es sich dabei um Firmenneugründungen, ein Zuwachs von 7,5 Prozent.

Neugründungen sind angestiegen / Betriebsnachfolger bleiben Mangelware

Die Betriebsübergaben an einen Nachfolger haben laut IHK-Angaben jedoch weiter nachgelassen und schrumpften sogar um 12,3 Prozent auf 64 Fälle. Die meisten Neugründungen gibt es im Handel (165) und bei Dienstleistungen (207), bei den Betriebsübernahmen liegt das Gastgewerbe (29) und der Handel (10) vorne.

Ausschlaggebend für die Gründungsdynamik ist laut IHK die Konjunktur: „Der Arbeitsmarkt in Südostoberbayern bietet Vollbeschäftigung. Erfahrungsgemäß sinkt damit das Interesse an einer unternehmerischen Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken“, sagt Josef Frauenlob, stellvertretender Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Berchtesgadener Land. Das Plus im Landkreis bei den Neugründungen entgegen dem Trend in Bayern und Oberbayern (-0,9 bzw. -3,7 Prozent) sei deshalb ein gutes Signal, so Frauenlob. Positiv sei ebenfalls der Trend zur besseren Vorbereitung, unter anderem durch das Beratungsangebot der Kammer und des Wirtschaftsservice. „Jungunternehmer steigern so ihre Erfolgsaussichten, die dank der wirtschaftlichen Rahmendaten ohnehin so gut wie selten zuvor sind“, ist Frauenlob überzeugt. Auch der Trend zur Gründung im Nebenerwerb zeige, dass die Gründer überlegter handeln. „So testen sie parallel zu einem bestehenden Arbeitsverhältnis, ob das angepeilte Geschäftsmodell überhaupt tragfähig ist“, erklärt der stellvertretende IHK-Vorsitzende.

Frauenlob unterstreicht die Rolle der Existenzgründer für die Wirtschaft: „Start-Ups und neue Unternehmen sorgen für Innovationen und Dynamik. Sie sind damit das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko von der vorhergehenden Generation übernehmen wollen.“ Die IHK-Gründerbilanz beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.