19.10.2017 - Miesbach

Wirtschaft braucht Mobilitätsgarantie ‎

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© IHK

Zunehmender Individual- und Wirtschaftsverkehr machen auch dem Landkreis Miesbach zu schaffen. Laut Petra Reindl, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Miesbach, gehören inzwischen große und kleine Staus zu den täglichen Begleitern der Menschen in der Region. „Und natürlich leidet die Wirtschaft darunter und damit unser Standort. Wir brauchen dringend innovative Konzepte, damit die Mobilität im Landkreis auch langfristig gesichert bleibt“, so Reindl.

Reindl: „Gute Konzepte erforderlich, sonst leidet der Standort“‎

Für solche Konzepte setzt sich die Zukunftswerksstatt Mobilität, ein Netzwerk verschiedener Akteure aus Politik, Verwaltung und (Verkehrs-) Wirtschaft im Landkreis, ein. Florian Brunner von der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) gab einen Überblick über aktuelle Projekte und Maßnahmen der Werkstatt aus den Bereichen Schiene, Bus, E-Mobilität und Radverkehr. Besonders die Pläne im Schienenverkehr, zum Beispiel die mittelfristige Elektrifizierung des BOB-Strecken­netzes, die auch das Einrichten neuer Haltepunkte ermöglichen könnte, und der Ausbau der E-Mobilität sorgten für Diskussionsstoff unter den Anwesenden. So äußerten einige Ausschuss­mitglieder ihre Bedenken gegenüber der Politik, ob der Ausbau der E-Mobilität hinsichtlich der damit erforderlichen zusätzlichen Energieversorgung komplett durchdacht sei.

Ein weiteres, für die Unternehmer zentrales Thema brachte Joseph Seybold, stellvertretender Leiter des IHK-Referats Verkehr und Nachhaltige Mobilität, auf den Tisch – die Diskussion um ein Dieselfahrverbot für die Münchner Innenstadt, die auch Mittelständler aus der Region betrifft. Da die IHK für München und Oberbayern solch ein Verbot, das mehr als 90 Prozent aller Dieselfahrzeuge aus der Münchner Innenstadt aussperren würde, kategorisch ablehnt, stellte Seybold einen Maßnahmenkatalog vor, dessen Ziel es ist, den ÖPNV zu stärken, emissionsarme Fahrzeuge zu fördern und das Verkehrsmanagement zu auszuweiten und zu verbessern.

Die Arbeitssitzung des IHK-Regionalausschusses Miesbach fand beim Mittel­ständler Kroha statt. Das 1970 gegründete Unternehmen produziert mit 250 Mit­arbeitern an seinen zwei Standorten in Miesbach und Barleben (Sachsen-Anhalt) über 650 Millionen Faltschachteln und 150 Millionen Packungsbeilagen. Zu Beginn der Sitzung besichtigte der Regionalausschuss die Produktionsanlagen vor Ort.