Pressemeldung vom 31.08.2023 - Starnberg

Landkreis Starnberg: Ausbildungsstart für 232 Jugendliche in IHK-Berufen

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Zu Anfang September treten 232 Jugendliche im Landkreis Starnberg eine Ausbildung in IHK-Berufen an, teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres entspricht dies einem Minus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Leider liegt der Landkreis damit deutlich unter dem Trend in ganz Bayern, wo die IHKs insgesamt ein Plus von 5,3 Prozent verzeichnen“, sagt Katja Lindo, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Starnberg. „Die Ausbildungsbereitschaft unserer Betriebe ist angesichts des kommenden Arbeits­kräfte­mangels sehr hoch. Am Ausbildungsangebot liegt es sicher nicht“, so Lindo weiter. Die Regionalausschussvorsitzende verweist dagegen als Gründe für die Flaute auf die sinkenden Schulabgängerzahlen und den weiter starken Trend zum Studium.

Minus von fünf Prozent / Fachinformatiker und Industriekauffrau sind die Top-Berufe

Gleichzeitig sei zu hoffen, dass unversorgte Bewerber auch jetzt noch die sehr guten Aussichten auf eine Lehrstelle nutzen, so Lindo weiter. Aktuell sind laut Statistik der Arbeitsagentur von Ende Juli noch 287 Lehrstellen im Landkreis unbesetzt. Diesem Angebot stehen nur 98 unversorgte Ausbildungsbewerber gegenüber. Rein rechnerisch kommen auf jeden unversorgten Bewerber fast drei Lehrstellen. Die Angaben der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Bereiche des Ausbildungs­stellenmarkts, der neben dem IHK-Bereich der Betriebe in Industrie, Handel und Dienstleistungen auch das Handwerk, freie Berufe und öffentlichen Dienst umfasst.

Im Landkreis ist bei den jungen Männern der Fachinformatiker der beliebteste IHK-Beruf, bei den jungen Frauen die Industriekauffrau. Die Top 5 der IHK-Ausbil­dungs­berufe im Landkreis insgesamt sind: Industriekaufleute, Verkäufer, Fachinformatiker, Kaufleute für Büromanagement und Kaufleute im Einzelhandel. Insgesamt gibt es mehr als 200 verschiedene IHK-Berufe, in denen Jugendliche eine Ausbildung absolvieren können.

„In den nächsten Jahren wird sich die Bewerberlücke am Ausbildungsmarkt weiter öffnen, wenn es uns nicht gelingt, noch mehr Jugendlichen, Eltern und Lehrkräften die Berufsausbildung und ihre Vorteile näher zu bringen. Die IHK setzt sich mit Initiativen wie dem ‚Tag der Ausbildung‘, Bildungspartnerschaften und den Ausbildungsscouts für eine bessere Berufsorientierung ein, um über die vielen spannenden Berufsbilder zu informieren“, sagt Lindo. Die Unternehmerin aus Pöcking fordert zudem mehr bildungspolitische Rückendeckung für das Thema Berufsorientierung, das deutlich stärker in den Lehrplänen berücksichtigt werden sollte. „Gerade an den Gymnasien erfolgt die Berufsorientierung oft zu einseitig in Richtung Studium. Dennoch ist die Ausbildung auch bei Abiturienten beliebt und für viele eine praxisnahe Alternative zur Universität, denn immerhin rund ein Fünftel der Azubis im IHK-Bereich haben die Hochschulreife“, so Lindo.

Insgesamt bilden im Landkreis Starnberg aktuell genau 200 IHK-zugehörige Betriebe aus. Sie stehen ‎für rund 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.