17.07.2018 - Fürstenfeldbruck

Steinbauer: „Wirtschaft im Landkreis zählt auf die Bundesregierung“‎

© von links: Martina Drechsler (stv. Landrätin), IHK-Vorsitzender Michael Steinbauer, Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler und Robert Fedinger (Prokurist Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck)

Knapp vier Monate nach Amtsantritt der großen Koalition hat sich der IHK-Regionalausschuss Fürstenfeldbruck in seiner jüngsten Sitzung mit der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung auseinandergesetzt. Die Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler (CSU) gab dabei einen Überblick zu den aktuellen Entwicklungen und Initiativen. Eine gute Nachrichte konnte Staffler gleich zu Beginn zum Thema berufliche Bildung verkünden: Der Bundestag hat die Einrichtung einer eigenen Enquete-Kommission beschlossen, in der auch sie selbst vertreten sein wird. „Wir wollen in neuen Konzepten denken und Ideen entwickeln“, so Staffler.

IHK-Regionalausschuss im Gespräch mit Bundestagsabgeordneten Katrin Staffler (CSU)‎

Michael Steinbauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Fürstenfeldbruck, erkundigte sich, ob die Bundesregierung eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten plant. „Das bestehende Arbeitszeitgesetz ist in Zeiten von Home-Office und mobilem Arbeiten nicht mehr zeitgemäß. Mehr Flexibilität kommt Arbeitnehmern und Arbeitgebern gleichermaßen zu Gute“. Das Bewusstsein in ihrer Fraktion sei groß, erklärt Staffler. Aber: „Man muss sehen, ob ein großer Wurf in der aktuellen Konstellation möglich ist. Wir müssen dran bleiben“, erklärt die Abgeordnete aus Türkenfeld.

Kritik kommt aus der Wirtschaft zum geplanten Recht auf befristete Teilzeit. Die zukünftigen Regelungen würden den Fachkräftemangel weiter unnötig verschärfen, da es aufgrund des leergefegten Arbeitsmarktes keine zusätzlichen Mitarbeiter gibt, die Teilzeit-Kräfte vertreten können. „Ein Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit macht es einem nicht leichter, Unternehmerin zu sein“, fasst Sandra Pabst zusammen.

Sorgen bereitet den Banken vor allem die Einführung einer möglichen europäischen Einlagensicherung, was zu kaum kontrollierbaren Risiken führen würde. Rainer Kerth, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck bat Staffler daher um politische Unterstützung gegen einen solchen Schritt. Unterstützt wird er dabei von Peter Harwalik, Mitglied des Vorstands der Sparkasse Fürstenfeldbruck. Er sieht im Falle einer europaweiten Einlagensicherung die Stabilität der deutschen Banken gefährdet. Bei der Bundestagsabgeordneten stoßen beide auf offene Ohren – sie lehnt eine europäische Einlagensicherung ebenfalls ab und sicherte ihre politische Unterstützung zu.

Beim Thema bezahlbarer Wohnraum bekräftigt Staffler den großen politischen Willen der Bundesregierung: „Das Thema steht ganz weit oben“. Einfach alles zubauen würde das Problem aber nicht lösen, sondern Widerstand bei den Bürgern hervorrufen. Durch die Überprüfung von Genehmigungsverfahren und Auflagen soll Bauen in Zukunft auch schneller und günstiger Bauen möglich sein.

Der IHK-Vorsitzende Steinbauer war mit dem Gespräch zufrieden: „Die Wirtschaft im Landkreis zählt auf die Bundesregierung. Deshalb brauchen wir einen engen Dialog mit den Mandatsträgern – auch wenn in Berlin aus Sicht der Unternehmen noch nicht alles ganz rund läuft“.

Nach dem Gespräch mit Katrin Staffler stand das Thema Diversity Management auf der Tagesordnung des Regionalausschusses. IHK-Expertin Gabriele Lüke sprach darüber, welche Vorteile die soziale Vielfalt der Mitarbeiter, beispielsweise in Form unterschiedlicher Nationalitäten, Geschlechter oder Glaubensrichtungen, für ein Unternehmen hat. „Wer auf Vielfalt setzt, generiert Nutzen für den Betrieb und kann auch Engpässe auf dem Arbeitsmarkt besser bewältigen“, ist Lüke überzeugt.