23.03.2018 - Starnberg

Nur noch zwei Monate bis zur neuen Datenschutz-Grundverordnung

Am 25. Mai ist es soweit – dann gilt die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Für Unternehmen bedeutet die Umstellung umfassende Änderungen, vor allem was das Speichern und Nutzen personenbezogener Daten anbelangt. Aus diesem Grund hat sich der IHK-Regionalausschuss Starnberg in seiner jüngsten Sitzung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen ausführlich mit dem Thema beschäftigt.

Eickelschulte: „Unternehmen müssen beim Datenschutz-Management Gas geben“‎

„Die Problematik ist bekannt, trotzdem gehen Unternehmen im Allgemeinen weiterhin verhältnismäßig sorglos mit ihren Daten um“, stellt Datenschutzexperte Helmut Fuchs fest. Mit der neuen Regelung sind Betriebe zur Einrichtung eines effektiven Datenschutz-Management-Systems verpflichtet. „Jeder Unternehmer, der noch nichts gemacht hat, soll jetzt Gas geben und sich durch Datenschützer zügig schulen lassen. Wer sich datenschutzkonform verhält, wird dann wohl auch nicht gleich nach dem 25. Mai an den Pranger gestellt werden“, ist Martin Eickelschulte, IT-Unternehmer und Vorsitzender des Ausschusses, überzeugt.

Aufgrund des verfassungsrechtlichen geschützten Persönlichkeitsrechts ist eine Datenverarbeitung grundsätzlich verboten. Ausnahmen sind unter anderem eine gesetzliche Erlaubnis oder die Einwilligung der betroffenen Person. Zu den wichtigsten Änderungen durch die Verordnung gehört die Verpflichtung, bei Datenschutzvergehen innerhalb von 72 Stunden sowohl die Behörden als auch die Betroffenen zu informieren. Versäumnisse können zu schmerzhaften Sanktionen führen, die Regelungen sehen Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro vor.

„Datenschutz muss Chefsache sein. Die neue Verordnung ist aber eine große Chance, bestehende Prozesse im Betrieb zu prüfen und zu optimieren“, ist Fuchs überzeugt. Auf die Frage, wie man als Unternehmen mit amerikanischen IT-Anbietern und Dienstleistern umgeht, erklärt Fuchs, dass die USA laut DSGVO nicht als sicheres Drittland gelten. „Gerade was die Nutzung von Apps auf beruflichen Endgeräte betrifft gilt: So wenig Programme wie möglich nutzen“.

Weiterführende Informationen zur DSGVO finden Unternehmen auf der Seite der IHK für München und Oberbayern unter ihk-muenchen.de/dsgvo. In den Räumlichkeiten der Firma Eickelschulte (Petersbrunner Straße 8, Starnberg) findet am 2. Mai ein kostenloser Infoabend der Firma Munker zur DSGVO statt. In Planung befindet sich außerdem noch ein Seminar mit Datenschutzexperten Helmut Fuchs.