Pressemeldung vom 15.02.2021 - Pfaffenhofen

IHK-Ausbildungsbilanz 2020: Heimische Betriebe mit weniger neuen Azubis

Julia Ulbricht, absolviert ein duales Studium (mit der Hochschule Augsburg) zum Bachelor of Engineering Fachrichtung Mechatronik bei IWIS in München. Ausbildungsleiter: Andreas Eppeneder (li) , 6.2.2019, Foto: Thorsten Jochim
© THORSTEN JOCHIM

403 Auszubildende haben 2020 in Betrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Landkreis Pfaffenhofen eine duale Berufsausbildung begonnen. Das entspricht einem Minus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilt die IHK für München und Oberbayern mit. 218 der Neuverträge wurden in kaufmännischen Berufen abgeschlossen, 185 in gewerblich-technischen.

Kastner: „Der Wirtschaft fehlt der Fachkräftenachwuchs.“‎

Der Ausbildungsmarkt hat sich trotz Coronakrise als robust und aufnahmefähig erwiesen. Laut Zahlen der Arbeitsagentur vom September 2020 blieben über 80 Lehrstellen im Landkreis unbesetzt.

Vor allem die sinkende Anzahl von Schulabsolventen aus den allgemeinbildenden Schulen wirkte sich nachteilig auf den Bewerbermarkt aus. Nach Angaben des Kultusministeriums ging diese bayernweit im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozent zurück. Besonders hohe Rückgänge waren bei Bewerbern zu verzeichnen, die alternativ ein Studium wählen können. Sie beliefen sich auf minus 15,5 Prozent bei Bewerbern mit allgemeiner Hochschulreife und auf minus acht Prozent bei Bewerbern mit Fachhochschulreife.

Eduard Kastner, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Pfaffenhofen, betont: „Viele Betriebe wollen ausbilden, weil sie auf die Zukunft setzen und deshalb benötigen sie dringend Fachkräftenachwuchs. Leider hat die Pandemie nahezu alle Maßnahmen zur Berufsorientierung für Schüler zum Erliegen gebracht. Auch die wichtige Bewerbungsphase im Frühjahr hat darunter gelitten. Schnupperpraktika, Ausbildungsmessen und persönliche Bewerbungsgespräche konnten nicht stattfinden. Doch trotz aller Unsicherheiten, die die Krise bis heute verursacht, setzen unsere Unternehmen auf engagierte und top ausgebildete Fachkräfte. Sie denken nach vorn. Jeder Azubi ist für sie ein Gewinn.“

Angesichts des Lockdowns sei es laut Kastner jetzt umso wichtiger, in der Berufsorientierung alle Register zu ziehen. „Wir müssen neue Wege gehen und digitaler werden. Bestes Beispiel dafür sind die bis zum Sommer stattfindenden Webinare der bayerischen ‚IHK-AusbildungsScouts‘. In ihnen berichten Azubis aus Betrieben aller Branchen über ihren Berufs- und Ausbildungsalltag und stellen sich den Fragen der Teilnehmer.“ „Diese jungen Leute können Schülern und Eltern am besten erklären, wie eine Ausbildung funktioniert und welches solide Fundament jeder Azubi damit für seine berufliche Karriere legt“, so der IHK-Vorsitzende.

Bei den Top-IHK-Berufen führten 2020 bei den Azubi-Neuverträgen die Verkäufer die Liste an, gefolgt von den Elektronikern für Betriebstechnik und den Kaufleuten für Büromanagement auf dem zweiten Platz. An dritter Stelle kamen die Einzelhandelskaufleute. Bei den Mädchen lagen die Kauffrau für Büromanagement sowie die Industriekauffrau an der Spitze, bei den Buben der Elektroniker für Betriebstechnik. Insgesamt starteten die IHK-Azubis ihre Ausbildung in 58 verschiedenen Berufen von der Änderungsschneiderin bis zum Zweiradmechatroniker.

Die IHK ist für mehr als 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse zuständig und betreut 219 aktive Ausbildungsbetriebe im Landkreis.