02.11.2017

Erstmals Umfrage zu Wirtschaftsstandort Südbayern: Gesamtnote „gut“

Panorama Landschaft in Bayern mit Blick über den Hopfensee auf die Alpenkette mit Berg Säuling, dem Hausberg der Stadt Füssen
© Wolfgang Filser / fotolia

Südbayern steht für fast zwei Drittel der bayerischen Wirtschaftsleistung, wird aber als Motor der bayerischen Wirtschaft nur unzureichend wahrgenommen. Mit ihrer erstmals gemeinsam durchgeführten Standortumfrage unter fast 5.000 Betrieben wollen die IHK für München und Oberbayern, die IHK Niederbayern und die IHK Schwaben vor der kommenden Landtagswahl auf die gemeinsamen Interessen der Wirtschaft in Südbayern hinweisen.

Probleme bei Fachkräften, Bürokratie und Breitband

In der Umfrage erhält der Wirtschaftsraum die Gesamtnote 2,1. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen bewerten den Standort als „sehr gut“ oder „gut“. Noch einmal für Südbayern würden sich 83 Prozent der Unternehmen entscheiden. Allerdings sagen mehr als ein Viertel der Betriebe, dass Standortmängel ihr Wachstum bremsen.

„Südbayern ist zweifellos ein Top-Standort für Unternehmen, aber wir brauchen dringend ein Maßnahmenpaket für Südbayern, um den Wachstumsdruck zu bewältigen und uns für die Zukunft zu rüsten“, sagt Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK München. „Ganz oben auf der Wunschliste der Wirtschaft stehen mehr Fachkräfte, eine unternehmensfreundlichere Verwaltung und zügigere Genehmigungsverfahren“, so Peter Saalfrank, Chef der IHK Schwaben.

Stärken Südbayerns sind unter anderem eine bis dato sichere Energieversorgung sowie loyale und motivierte Mitarbeiter. „Eine auch in Zukunft sichere und vor allem bezahlbare Stromversorgung wird zum entscheidenden Standortfaktor für die internationale Wettbewerbsfähigkeit in der digitalen Welt von morgen“, betont Walter Keilbart, Hauptgeschäftsführer der IHK Niederbayern.

Zugpferd Südbayern darf nicht vergessen werden

Die südbayerischen IHKs appellieren an die Staatsregierung, in ihrer Regionalplanung den bayerischen Wachstumsraum Südbayern in seinen Verflechtungen besser zu berücksichtigen. „Die Staatsregierung setzt derzeit stark auf den regionalen Ausgleich und leitet viele Mittel in den strukturschwachen ländlichen Raum. Darüber darf das Zugpferd Südbayern nicht vergessen werden. Durch das starke Wachstum haben Schwaben, Ober- und Niederbayern großen Bedarf, zum Beispiel bei Infrastruktur, im Wohnungsbau und bei Gewerbeflächen“, meint Driessen. Auch bei der Breitbandversorgung gibt es laut Umfrage trotz aller Förderprogramme noch Lücken, vor allem außerhalb der großen Städte. Hier zeigt die Umfrage Handlungsbedarf in fast allen Landkreisen Südbayerns auf.