Pressemeldung vom 31.08.2023 - Landeshauptstadt München

Landeshauptstadt: Ausbildungsstart für 4.388 Jugendliche in IHK-Berufen

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Zu Anfang September treten 4.388 Jugendliche in München eine Ausbildung in IHK-Berufen an, teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres entspricht dies einem Minus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Leider liegt die Landeshauptstadt damit deutlich unter dem Trend in ganz Bayern, wo die IHKs insgesamt ein Plus von 5,3 Prozent verzeichnen“, sagt Kathrin Lehmann, stellvertretende Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Landeshauptstadt München. „Die Ausbildungsbereitschaft unserer Betriebe ist angesichts des kommenden Arbeits­kräfte­mangels sehr hoch. Am Ausbildungsangebot liegt es sicher nicht“, so Lehmann weiter. Die Vizechefin des Regionalausschusses verweist dagegen als Gründe für die Flaute auf die sinkenden Schulabgängerzahlen und den weiter starken Trend zum Studium.

Minus von 3,5 Prozent / Fachinformatiker und Bürokauffrau sind die Top-Berufe

Gleichzeitig sei zu hoffen, dass unversorgte Bewerber auch jetzt noch die sehr guten Aussichten auf eine Lehrstelle nutzen, so Lehmann weiter. Aktuell sind laut Statistik der Arbeitsagentur von Ende Juli noch 2.900 Lehrstellen in München unbesetzt. Die Angaben der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Bereiche des Ausbildungs­stellenmarkts, der neben dem IHK-Bereich der Betriebe in Industrie, Handel und Dienstleistungen auch das Handwerk, freie Berufe und öffentlichen Dienst umfasst.

In der Landeshauptstadt ist bei den jungen Männern der Fachinformatiker der beliebteste IHK-Beruf, bei den jungen Frauen die Kauffrau für Büromanagement. Die Top 5 der IHK-Ausbil­dungs­berufe in München insgesamt sind: Fachinformatiker, Einzelhandelskaufleute, Kaufleute für Büromanagement, Hotelfachleute und Verkäufer. Insgesamt gibt es mehr als 200 verschiedene IHK-Berufe, in denen Jugendliche eine Ausbildung absolvieren können.

„In den nächsten Jahren wird sich die Bewerberlücke am Ausbildungsmarkt weiter öffnen, wenn es uns nicht gelingt, noch mehr Jugendlichen, Eltern und Lehrkräften die Berufsausbildung und ihre Vorteile näher zu bringen. Die IHK setzt sich mit Initiativen wie Bildungspartnerschaften, den Ausbildungsscouts, der Aktion ‚Ein Tag Azubi‘ und der ‚Praktikumswoche München‘ für eine bessere Berufsorientierung ein, um über die vielen spannenden Berufsbilder zu informieren“, sagt Lehmann. Die stellvertretende IHK-Vorsitzende fordert zudem mehr bildungs­politische Rückendeckung für das Thema Berufsorientierung, das deutlich stärker in den Lehrplänen berücksichtigt werden sollte. „Gerade an den Gymnasien erfolgt die Berufsorientierung oft zu einseitig in Richtung Studium. Dennoch ist die Ausbildung auch bei Abiturienten beliebt und für viele eine praxisnahe Alternative zur Universität, denn immerhin rund ein Fünftel der Azubis im IHK-Bereich haben die Hochschulreife“, so Lehmann.

Insgesamt bilden in der Landeshauptstadt aktuell 2.338 IHK-zugehörige Betriebe aus. Sie stehen ‎für rund 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse.