BIHK-Konjunkturumfrage Bayern

Die BIHK-Konjunkturumfrage liefert drei Mal pro Jahr Informationen über die Konjunktur in Bayern der letzten sechs Monate, der aktuellen Geschäftslage sowie der Erwartungen der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate. An der Umfrage beteiligen sich regelmäßig rund 4.000 Unternehmen in Bayern. Dank dieser hohen Antwortzahl ist es möglich sowohl Branchenergebnisse als auch regionale Konjunkturentwicklungen in Bayern zu veröffentlichen. Daneben liefern die Ergebnisse wichtige wirtschaftspolitische Ergebnisse, die die IHKs im Rahmen ihrer auferlegten Interessensvertretung unterstüzen.

Bayerische Wirtschaft: Unsicherheit nimmt zu‎

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BIHK-Chef Driessen: „Belastungsproben durch Politik müssen aufhören“

München – Wirtschaftspolitische Unsicherheiten bremsen den Höhenflug der bayerischen Wirtschaft. Jeder zweite Betrieb bezeichnet die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Risikofaktor, das ist der höchste Wert seit fünf Jahren. Zum Jahresauftakt versprühen die Unternehmen daher trotz einer überdurchschnittlich guten Geschäftslage spürbar weniger Optimismus als noch vor zwölf Monaten. Für den Freistaat ist damit heuer ein schwächeres Wirtschaftswachstum als im Vorjahr zu erwarten. Dies ergab die Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) zum Jahresbeginn unter rund 4.000 Unternehmen in Bayern. Der BIHK-Konjunkturindex ist binnen Jahresfrist um 6 Punkte auf 122 Zähler gefallen. Im Vergleich zur vorherigen Umfrage im Herbst 2014 verharrte der Index auf dem gleichen Niveau. „Neben außenpolitischen Risiken wie dem Ukraine-Konflikt und der Euroschuldenkrise entfalten die hausgemachten Belastungsproben der Wirtschaft – darunter die Rente mit 63, der Mindestlohn, die steigende Bürokratie und die verkorkste Energiewende – ihre Wirkung“, sagte BIHK-Hauptgeschäfts­führer Peter Driessen bei der Vorstellung der BIHK-Konjunkturumfrage in München. „Dauerhaftes Wirtschaftswachstum ist kein Selbstläufer“, mahnte Driessen. Als besonderes Warnsignal bezeichnete der BIHK-Chef die weiter relativ geringe Investitionsbereitschaft der Betriebe. „Der Investitionsturbo wird auch 2015 nicht gestartet, bei den Investitionsplänen der Unternehmen gibt es keinen Aufwärtstrend“, zitierte Driessen aus den Umfrageergebnissen. Derzeit sind 43 Prozent aller befragten Betriebe mit ihrer Geschäftslage zufrieden, nur 8 Prozent bewerten die Situation als „schlecht“. Mit besseren Geschäften in den kommenden zwölf Monaten rechnen 24 Prozent der Befragten, mit einer Eintrübung 13 Prozent. In der Industrie dämpfen die Sorgen um das Exportgeschäft, besonders mit Russland, der Ukraine und der Türkei, die grundsätzlich guten Aussichten. Die Bauwirtschaft meldet nach sehr guter Auslastung im Vorjahr weniger Auftragseingänge. Im Einzelhandel sind die Aussichten dank stabiler Beschäftigung und wachsenden Einkommen der Verbraucher stabil. Das Dienstleistungsgewerbe als Jobmotor der bayerischen Wirtschaft erwartet weiterhin eine günstige Geschäftsentwicklung. Bei den Beschäftigungsplänen sind die Dienstleister aber etwas zurückhaltender als zuletzt. Der Arbeitsmarkt im Freistaat sollte laut BIHK-Konjunkturumfrage stabil bleiben. 70 Prozent der Betriebe planen keine Veränderungen bei ‎der Zahl ihrer Mitarbeiter, 17 Prozent planen einen Stellenaufbau und 13 Prozent geben an, Jobs zu ‎streichen. Vorausgesetzt die Unternehmen finden die gesuchten Fachkräfte, wird es somit auch 2015 zu einem leichten Beschäftigungsplus in Bayern kommen. „Erfreulich ist, dass die bayerische Wirtschaft trotz der hohen Unsicherheit auf ein moderates Wachstum zusteuert“, fasste BIHK-Chef Driessen die Ergebnisse zusammen. Vor allem der private Konsum werde wegen der guten Beschäftigungs- und Einkommenssituation das Wachstum antreiben. Die Politik müsse aber dringend für bessere Rahmenbedingungen sorgen, so der BIHK-Chef. „Investitionen, auch der öffentlichen Hand, müssen wieder Priorität haben“, meinte Driessen. Außerdem fordere die Wirtschaft weniger Bürokratie, eine bezahlbare und sichere Energieversorgung und mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt sowie bei der Zuwanderung. Der BIHK-Chef kritisierte die komplexen Einwanderungsregeln und forderte ein Punktesystem, das anhand der Erfordernisse des deutschen Arbeitsmarktes passgenau die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte steuert.

Bayerische Wirtschaft sprüht wieder vor Optimismus

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BIHK-Chef Driessen: „Langfristig nehmen die Zweifel am Standort aber zu“

Die Wirtschaft in Bayern boomt. Die Unternehmen berichten quer durch alle Branchen von einer sehr guten Geschäftslage. Im Jahresverlauf rechnen sie dazu mit deutlichen Zuwächsen. Der BIHK-Konjunkturindex legt zum zweiten Mal in Folge zu und ist seit Jahresbeginn von 122 auf 127 Punkte geklettert. Damit verfehlt der Index nur knapp den Wert von vor zwölf Monaten. Dies ergab die Frühjahrs-Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) unter rund 4.000 Betrieben in Bayern. „Die Unternehmen profitieren vom starken privaten Konsum. Außerdem begünstigt der schwache Euro das Exportgeschäft mit den USA und Asien“, sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen in München. „Über die Jahresfrist hinaus sind die Betriebe im Freistaat jedoch nicht so optimistisch, denn sie halten sich bei Investitionen weiterhin zurück“, kritisierte Driessen die nach BIHK-Ansicht mangelhafte Wirtschaftspolitik. Dass die Unternehmen trotz der anziehenden Konjunktur und guter Finanzierungsmöglichkeiten bei den Investitionen zögern, sei ein Indiz für die sinkende Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Bayern, so der BIHK-Chef. „Die Unternehmen befürchten noch mehr Eingriffe, noch mehr Bürokratie und noch mehr Verzögerungen bei der Energiewende und großen Infrastrukturprojekten wie der dritten Start- und Landebahn am Münchner Flughafen“, sagte Driessen. Die Politik müsse sich wieder mehr darum kümmern, wie Wohlstand entsteht, und weniger darum, wie er verteilt wird, forderte der BIHK-Chef. Sorgen bereitet der Wirtschaft auch der zunehmende Fachkräftemangel. 42 Prozent der Unternehmen sehen darin ein Risiko für die Geschäftsentwicklung. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2010. Derzeit sind 44 Prozent aller befragten Betriebe mit ihrer Geschäftslage zufrieden, nur 8 Prozent bewerten die Situation als „schlecht“. Mit besseren Geschäften in den kommenden zwölf Monaten rechnen 30 Prozent der Befragten, mit einer Eintrübung nur 10 Prozent. In der Industrie zieht nach einem eher schwachen Jahresstart die Nachfrage an. Besonders deutlich steigen die Aufträge im wichtigen Nordamerikageschäft und aus Asien. Die Stimmung in der Bauwirtschaft ist hervorragend. Die Betriebe sind sehr gut ausgelastet und die Geschäftserwartungen liegen auf Rekordwert. Im Einzelhandel haben sich die ohnehin schon guten Aussichten aufgrund der stabilen Beschäftigung und den wachsenden Einkommen der Verbraucher noch einmal verbessert. Die sinkenden Öl- und Benzinpreise geben den Verbrauchern noch mehr Spielraum für Ausgaben. Das Dienstleistungsgewerbe als Jobmotor der bayerischen Wirtschaft erwartet weiterhin eine günstige Geschäftsentwicklung. Bei den Beschäftigungsplänen sind die Dienstleister aber etwas zurückhaltender als zuletzt. Der Arbeitsmarkt im Freistaat wird laut BIHK-Konjunkturumfrage äußerst robust bleiben. 72 Prozent der Betriebe im Freistaat planen keine Veränderungen bei ‎der Zahl ihrer Mitarbeiter, 17 Prozent planen einen Stellenaufbau und nur 11 Prozent geben an, Jobs zu ‎streichen. „Der bayerische Arbeitsmarkt wird mit seinen niedrigen Arbeitslosenquoten weiter deutschlandweite Bestmarken setzen“, so BIHK-Chef Driessen.

Bayerische Wirtschaft: Blitzstart ins neue Jahr

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Driessen: Grenzkontrollen, Fachkräftemangel und "Folterkammer Bürokratie" sind Risiken

München – Die Unternehmen im Freistaat sind mit ihrer derzeitigen Geschäftslage so zufrieden wie zuletzt vor vier Jahren. Der BIHK-Konjunkturindex ist zum Jahresbeginn nach einer kurzen Verschnaufpause im Herbst auf 129 Punkte geklettert, so das Ergebnis der heute vorgestellten Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) unter rund 3.700 Betrieben in Bayern. „Unterm Strich ist die bayerische Wirtschaft in herausragender Laune ins neue Jahr ‎‎gegangen“, sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen in München. „Angetrieben wird die Konjunktur vor allem vom Konsum: Die steigende Beschäftigung sowie kräftige Lohnerhöhungen stärken die Ausgabenfreude der Haushalte“, so Driessen. In der Exportwirtschaft kompensiert der starke Dollar die zunehmenden Risiken auf den globalen Märkten. Zu diesen Risiken gehören die weltweiten politischen Krisenherde, aber auch die immensen Einnahmeausfälle in den öl- und rohstoffproduzierenden Ländern mit ihren wirtschaftlichen Folgen. Für ihre drei wichtigsten Absatzmärkte – EU, Nordamerika und China – haben die Betriebe allerdings ihre Prognosen angehoben. Die Wirtschaft wird immer mehr durch den Fachkräftemangel gebremst: 45 Prozent der Betriebe sehen darin ein Risiko für ihre Geschäftsentwicklung, das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung 2010. „Besonders verunsichert sind die Betriebe aber nach wie vor durch hausgemachte politische Fehler, etwa in der Arbeitsmarkt- oder Energiepolitik. Die aktuelle Wirtschaftspolitik wird von fast jedem zweiten Unternehmen als Risiko für das eigene Geschäft gesehen“, mahnte Driessen. Dazu gehört auch die Diskussion über die Wiederaufnahme von Grenzkontrollen in Europa. Die Staus an der österreichisch-bayerischen Grenze behindern nicht nur das Transportgewerbe, sondern auch innereuropäische Lieferketten. Im bayerischen Grenzgebiet leiden Pendler, Einzelhandel und Tourismus. „Eine Ausweitung auf die ganze EU wäre ein Trauerspiel“, sagte der BIHK-Chef. Bei der Arbeitsmarktpolitik kritisierte Driessen, dass Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) aktuell mit neuen Anschaffungen für die „Folterkammer Bürokratie“ liebäugelt: das Entgeltgleichheitsgesetz, die Regulierung von Werk- und Dienstverträgen und die Beschränkung von Zeitarbeit. „Die geplante Beweislastumkehr und neue, umfassende Berichts- und Dokumentationspflichten wären sehr aufwändig für die Unternehmen – sie müssten in Zukunft noch mehr Bürokratie-Beauftragte einstellen“, so BIHK-Chef Driessen. Die BIHK-Konjunkturumfrage ergab, dass fast jedes zweite Unternehmen die Lage als „gut“ und weniger als jedes zehnte als „schlecht“ bezeichnet. Nach der Skepsis im Herbst blicken die Unternehmen nun wieder optimistischer auf die kommenden zwölf Monate. Jedes Vierte erwartet eine Belebung, nur knapp jedes Zehnte eine Eintrübung. Ein starkes Investitionsplus zeichnet sich weiterhin nicht ab. Zwar will rund ein Viertel der Unternehmen die Investitionsbudgets erhöhen, jedoch wollen 20 Prozent weniger oder überhaupt nicht investieren. Der Stellenboom in Bayern wird hingegen weitergehen: 17 Prozent der Unternehmen wollen mehr Personal einstellen und nur 10 Prozent Stellen abbauen.

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© thinkstockphoto Wavebreakmedia Ltd fotolia @andersphotoErneuerbare Energien stellen eine Alternative zu traditionellen Energieträgern dar. Welche Technologien in welchen Feldern anwendbar sind, erfahren Sie hier.