Verleihung der IHK-Ehrenzeichen an ehrenamtlich tätige Unternehmen

Ehrenamt: Dank für vorbildliches Engagement

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© Foto: Tobias Hase / IHK

Verantwortung, Engagement und Durchhaltevermögen - das zeichnet insgesamt 82 Unternehmerinnen und Unternehmer aus, die sich seit mindestens 15 Jahren ehrenamtlich bei der IHK engagieren. 42 von ihnen haben IHK-Präsident Eberhard Sasse und die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, am 6. Oktober 2016 als Anerkennung die IHK-Ehrenzeichen verliehen. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Bergwacht Bayern, Norbert Heiland, hat Eberhard Sasse am 13. Oktober 40 Mitglieder des IHK-Ehrenamts ausgezeichnet.

Bedeutung des Ehrenamtes

Etwa 220.000 Menschen sind bei den deutschen IHKs ehrenamtlich für die IHK tätig. Allein bei der IHK München sind es mehr als 12.500 Wirtschaftsvertreter. Deutschlandweit sind mehr als 166.000 Ehrenamtliche in der Ausbildungsprüfung Jugendlicher aktiv. Würden die rund 330.000 Prüfungen in der Ausbildung sowie die 162.000 Prüfungen in der Weiterbildung vom Staat übernommen, kämen allein Prüferhonorare in Milliardenhöhe auf den Bund zu, unterstrich Sasse.

Die freie und demokratisch legitimierte Selbstverwaltung der gewerblichen Wirtschaft, so der IHK-Präsident, lebe davon, dass sich Unternehmer und Unternehmensverteter in die Pflicht nehmen lassen und aktiv einbringen.

Unternehmer wissen am besten, welche Qualifikationen im Beruf gebraucht werden, ihr Engagement sorgt dafür, dass nicht das Wissen von gestern geprüft wird.

Dr. Eberhard Sasse, Präsident der IHK München und Oberbayern

Ein Ehrenamt zu führen, heiße, früher aufstehen und später ins Bett kommen als die anderen, so Sasse. Er lobte die ehrenamtlich aktiven Unternehmen aus der Vollversammlung, in den regionalen Gremien der IHK, in den Ausschüssen und Arbeitskreisen, Handelsrichter und Beisitzer in der Einigungsstelle für Wettbewerbsstreitigkeiten: Sie seien für die Wirtschaft nicht nur sehr wertvoll, sondern unverzichtbar.

Landtagspräsidentin Stamm betonte am 6. Oktober, dass unsere Gesellschaft ohne die Ehrenamtlichen viel ärmer wäre; vermutlich wäre sie gar nicht lebensfähig. Die Geehrten sorgten durch ihr Engagement dafür, dass zu viel Bürokratie erst gar nicht entstehen könne.

Das Ehrenamt kann auch eine Schule der Werte sein, vielleicht ist es die beste Werteschule überhaupt.

Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtages

Flüchtlinge: Ehrenamtliches Engagement allein reicht nicht

Die Landtagspräsidentin mahnte, dass die Integration von Flüchtlingen eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft bleibe. Sie dankte der Wirtschaft, dass sie so engagiert ihren Teil zur Integration beitrage. Aber es werde viele Jahre dauern, bis die Asylbewerber in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt gebracht würden.

Optimistisch zeigte sie sich bei der Gruppe der jungen Flüchtlinge. "Diese Gruppe könnte wohl fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden, wenn man zu den notwendigen Investitionen ja sagt", so Barbara Stamm.

Die treibende Kraft für das Engagement bei der Bergwacht, so Norbert Heiland, sei Verantwortungsgefühl. Aber es reize auch das Erlebnis bei den Einsätzen, unterstrich der Vorsitzende der Bergwacht Bayern bei der Ehrung am 13. Oktober. So sei beispielsweise die Bergung des Höhlenforschers Johann Westerhauser aus der Riesending-Höhle im Juni 2014 eine unglaubliche Erfahrung gewesen, weil in rund 1.000 Metern Tiefe auch die ärztliche Versorgung des Schwerverletzten sichergestellt werden musste.

Zugleich treibt den Bergwachtlern die Sorge um, dass gerade in den Bergorten die Einsätze nicht mehr gesichert werden könnten. Immer weniger ehrenamtliche Rettungskräfte wären tatsächlich vor Ort verfügbar und damit auf die Schnelle zu aktivieren, weil sie beispielsweise zur Arbeit pendelten. Auch wenn das Engagement in der Bergwacht oft gefährlich sei, bringe es viel Freude, so Heiland.