IHK-Positionen zur Landtagswahl 2018

Fachkräfte sichern

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Der Wirtschaft fehlen Fachkräfte. Was sollte die Landespolitik tun, um den Fachkräftemangel zu beheben?

Auf einen Blick

Aktuell fehlen der bayerischen Wirtschaft knapp 230.000 Fachkräfte, davon fast 200.000 beruflich Qualifizierte. In der jüngsten IHK-Konjunkturbefragung sahen 55 Prozent der Betriebe im Fachkräftemangel ein Geschäftsrisiko.

Gleichzeitig wird die Digitalisierung in den Unternehmen zu starken Veränderungen führen. Die Anforderungen an die Beschäftigten werden sich verändern und digitale Kompetenzen an Bedeutung gewinnen.

Um diese Herausforderung zu meistern, sollte die bayerische Landespolitik:

  • Die verschiedenen Akteure und Maßnahmen in einer bayerischen Fachkräfteallianz bündeln und regionale Fachkräfteinitiativen fördern
  • Bildung stärken und bedarfsgerecht qualifizieren
  • Zusätzliche Fachkräftepotenziale heben
  • Den digitalen Wandel durch eine Initiative Arbeitswelt 4.0 gestalten und fördern

Fachkräfte sind ganz klar unser begrenzender Wachstumsfaktor. Es gilt, möglichst früh gezielt wichtige Fähigkeiten zu fördern, von der fachlichen Ausbildung über Social Skills bis zum Aufbau von Selbstbewusstsein und der Bereitschaft zu Flexibilität. Neue Karrierewege, Fortbildung oder Lebenslanges Lernen - in der digitalisierten Arbeitswelt müssen sämtliche Potenziale erschlossen werden.

Andrea Stellwag, Geschäftsführerin Finanzen, ConSol Consulting & Solutions Software GmbH, Mitglied der Vollversammlung der IHK für München und Oberbayern

Bayerische Fachkräfteallianz gründen

Gut ausgebildete Fachkräfte sind ein wesentlicher Standortfaktor. Der Freistaat ist vom Fachkräftemangel besonders betroffen. Ein ganzheitlicher Ansatz in Form einer bayerischen Fachkräfteallianz – getragen von Vertretern der Staatsregierung, der Wirtschaft und der Bundesagentur für Arbeit – kann die Fachkräftesicherung strukturiert und konzertiert voranbringen.

Lokale Fachkräfteinitiativen stärken

Lokal und regional engagierte Akteure leisten in der Fläche einen wertvollen Beitrag zur Fachkräftesicherung, weil sie wissen, was für die jeweilige Region besonders wichtig ist. Die bestehende bundesweite Vernetzung vieler lokaler Initiativen ist wertvoll, reicht aber nicht aus. Die lokalen Fachkräfteaktivitäten sollten auf Landesebene gezielt unterstützt und vernetzt werden. Ein Fachkräftebüro kann diese Aufgaben übernehmen.

Forderungen

  • Bayerische Fachkräfteallianz ins Leben rufen
  • Fachkräftebüro nach dem Vorbild des Familienpaktes einrichten
  • Regionale Fachkräfteaktivitäten fördern.