IHK-Standortumfrage 2017

Wirtschaftsstandort Südbayern: Gesamtnote "gut"

Südbayern steht für fast zwei Drittel der bayerischen Wirtschaftsleistung, wird aber als Motor der bayerischen Wirtschaft nur unzureichend wahrgenommen. Mit ihrer erstmals gemeinsam durchgeführten Standortumfrage unter fast 5.000 Betrieben wollen die IHK für München und Oberbayern, die IHK Niederbayern und die IHK Schwaben auf die gemeinsamen Interessen der Wirtschaft in Südbayern hinweisen.

  • Südbayern erhält eine Gesamtbewertung von 2,1 und zeichnet sich damit als attraktiver Wirtschaftsstandort aus.
  • Über Dreiviertel der befragten Betriebe beurteilen ihren Standort als „gut“ oder „sehr gut“ und 83 % würden sich erneut für Südbayern als Firmensitz entscheiden.
  • Knapp ein Drittel der Unternehmensstandorte wurde in den vergangenen drei Jahren erweitert bzw. es wurden Investitionen getätigt
  • Für die Zukunft planen rund 29 % der Firmen zu erweitern oder zu investieren, während knapp 9 % mit einer Verkleinerung oder einer Verlagerung/Aufgabe des Standortes in Südbayern rechnen.
  • Besonders wichtig sind den südbayerischen Betrieben die Loyalität und Motivation ihrer Mitarbeiter, die Breitbandversorgung sowie die Personalkosten.
  • Die größte Zufriedenheit am Standort herrscht mit den Faktoren Energieversorgung (2,1), Loyalität und Motivation der Mitarbeiter (2,1) und dem regionalen Straßennetz (2,2), die auch gleichzeitig die Stärken Südbayerns bilden.
  • Weniger zufrieden sind die Unternehmen dagegen mit der Anbindung an den Güterverkehr auf der Schiene (3,7) und an den Luftverkehr (3,3), wobei diese Faktoren auch nicht als wichtig erachtet werden. Unzufriedenheit herrscht ferner mit den Gewerbeflächen-Grundstückspreisen (3,3), die auch eine höhere Bedeutung für die Betriebe haben.
  • Handlungsbedarf besteht jedoch insbesondere bei der Verfügbarkeit beruflich qualifizierter Fachkräfte, dem Bürokratieabbau in den Verwaltungen und damit einhergehend einer höheren Unternehmerfreundlichkeit sowie bei einer geringeren Belastung bei den Gewerbe- und Grundsteuern.
  • In Südbayern wurden 27 % der Unternehmen bereits in ihrem Wachstum in Folge von Standortmängeln gehemmt. Die häufigsten Verzögerungsgründe waren dabei die Bürokratie und langwierige Genehmigungsverfahren, die mangelnde Verfügbarkeit an adäquaten Gewerbeflächen und -immobilien sowie der Fachkräftemangel.