Konjunktur Jahresbeginn 2018

Mit Volldampf ins Jahr 2018

Die bayerische Wirtschaft ist in absoluter Topform. Der BIHK-Konjunkturindex klettert zum Jahresbeginn auf den Stimmungsrekord von 136 Punkten. Der anhaltende Aufschwung im Freistaat geht damit in sein sechstes Jahr. Dies ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der bayerischen IHKs.

Fachkräftemangel bremst bayerische Wirtschaft

Infografik: Fachkräftemangel behindert die bayerische Wirtschaft zum Jahresbeginn 2018
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59 Prozent der Unternehmen in Bayern sind mit der aktuellen Geschäftslage zufrieden, das ist der höchste Wert seit 1993. Die Rekordjagd geht nach dem bayerischen Konjunkturbericht auch im Jahr 2018 weiter. Die Unternehmen erwarten, dass die Nachfrage im In- und Auslandsgeschäft weiter ansteigt. Die schwierige Regierungsbildung in Berlin hat offenbar keinen Einfluss auf die Konjunkturentwicklung in Bayern.

Fundament des Booms bleibt die Nachfrage der privaten Haushalte. Steigende Beschäftigung, sichere Arbeitsplätze, Aussichten auf steigende Löhen und niedrige Zinsen verschaffen mehr Spielraum bei den Ausgaben. Besonders das Baugewerbe boomt. Die bayerische Industrie profitiert davon, dass bayerische Produkte weltweit gefragt sind.

Ausblick auf die Wirtschaftlage in Bayern

Bei jedem zweiten Unternehmen sind die Kapazitäten voll ausgelastet. Die Investitionsbereitschaft der bayerischen Unternehmen ist nach dem Konjunkturbericht auf dem höchsten Stand seit sieben Jahren. 25 Prozent der Unternehmen wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Die Konjunktur gewinnt weiter an Stärke und Stabilität.

Der Fachkräftemangel ist der Faktor, der das Wachstum der bayerischen Firmen am stärksten abbremst.

Konjunktur der Branchen in Bayern

Konjunktur Bayern Jahresbeginn 2018: Industrie
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Noch nie waren in Bayern so viele Industrieunternehmen mit ihrer Geschäftslage zufrieden wie zum Jahresbeginn 2018: 63 % der Unternehmen bezeichnen ihre Lage als gut, lediglich 4 Prozent sind unzufrieden. Grund dafür sind steigende Aufträge aus dem Inland und aus dem Ausland. Der Auftragsbestand ist so hoch wie nie seit Beginn der Abfrage im Jahr 2004. Jeder zweite Betrieb arbeitet unter Volllast, das ist der höchste Stand seit 14 Jahren.

Die Unternehmen sind nach der BIHK Konjunkturumfrage optimistisch, dass es weiter aufwärts geht. Sie rechnen mit steigenden Aufträgen aus den Auslandsmärkten. Auch für das Inlandsgeschäft sind sie zuversichtlich.

Die Industrie sucht händeringend nach Mitarbeitern: 30 % der Unternehmen möchten Personal einstellen, nur 9 % müssen Stellen streichen. Die Beschäftigungspläne markieren einen neuen Allzeitrekord.

Konjunktur Bayern Jahresbeginn 2018: Bau
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Die bayerische Bauwirtschaft kann sich vor Aufträgen kaum noch retten. Fast drei Viertel der Betriebe sind voll ausgelastet und der Auftragsbestand war in den letzten vierzehn Jahren nie höher. 73 Prozent der bayerischen Bauunternehmen sind zufrieden mit der Geschäftslage, nur 3 Prozent sind unzufrieden. Neben der steigenden Nachfrage nach Wohnraum hat der Wirtschaftsbau in den letzten Monaten kräftig angezogen.

Die Luft für weiteres Wachstum wird jedoch dünner: Es fehlen Flächen für neue Bauprojekte. Es fehlt an Architekten und Planern, die sich um Baugenehmigungen kümmern. Die Bauunternehmen finden selbst keine zusätzlichen Arbeitskräfte. Fast 90 Prozent der Bauunternehmen sehen nach der BIHK Konjunkturumfrage den Fachkräftemangel als Wachstumsrisiko an.

Die Baupreise sind im Jahr 2017 um rund 3 Prozent gestiegen, deutlich stärker als im Jahr zuvor (2%).

Konjunktur Bayern Jahresbeginn 2018: Handel
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Die Stimmung im Handel ist gut: 50 Prozent der Handelsunternehmen in Bayern bezeichnen nach der BIHK Konjunkturumfrage ihre Lage als gut, nur 6 Prozent sind unzufrieden. Die Aussichten für 2018 sind günstig, die Händler sind optimistisch. 24 Prozent rechnen mit einer weiteren Verbesserung, nur 11 Porzent mit einer Verschlechterung der Geschäftsentwicklung. Dabei steigen die Umsätze im Onlinehandel deutlich stärker als im stationären Handel.

Rund jeder fünfte möchte neue Stellen schaffen. Nicht einmal jeder Zehnte plant Personalabbau.

Konjunktur Bayern Jahresbeginn 2018: Dienstleistung
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Die bayerischen Dienstleister sind bester Stimmung. Nach dem BIHK Konjunkturbericht bezeichnen 59 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut, lediglich 4 Prozent sind unzufrieden. Auch die Auslastung ist so gut wie nie seit Beginn der Befragung im Jahr 2012. Besonders gut laufen die Geschäfte bayerischer Dienstleister, die im Immobiliensektor tätig sind. Aber auch die IT-Branche ist sehr zufrieden.

Die Dienstleister zeigen Optimismus. Gut jedes vierte Unternehmen rechnet mit einer weiteren Verbesserung der Geschäfte. Die Investitionsbereitschaft bleibt hoch, der Stellenaufbau geht weiter. Jedes vierte bayerische Dienstleistungsunternehmen möchte zusätzliches Personal einstellen.

Das größte Risiko für die bayerische Dienstleistungsbranche bleibt der Fachkräftemangel. 60 Prozent sehen in ihm eine Gefahr für die Geschäftsentwicklung.

Das Kreditgewerbe ist abseits des positiven Trends. Die Digitalisierung befeuert den Wettbewerb und verschärft den Wettbewerb. Das bayerische Kreditgewerbe rechnet in der Mehr mit einer Verschlechterung der Geschäftsentwicklung.

Risiken für die Konjunktur in Bayern zum Jahresbeginn 2018

  • Der Fachkräftemangel bleibt mit Abstand die größte Wachstumsbremse. Für 62 Prozent der bayerischen Unternehmen ist er das größte Geschäftsrisiko. Vor einem Jahr waren es erst rund 50 Prozent.
  • 43 Porzent der Unternehmen sehen nach der BIHK Konjunkturumfrage in den Arbeitskosten ein Risiko.
  • Für 42 Prozent sind die aktuellen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ein Problem.

Wirtschaftspolitische Forderungen

Auf lange Sicht gfährdert der politische Stillstand die wirtschaftliche Entwicklung. Die Wirtschaft in Bayern benötigt

  • Glasfaser-Autobahnen und die % G-Funktechnik.
  • Ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das den Zuzug von qualifizierten Fachkräften steuert und das bestehende Regelungsgeflecht entwirrt.
  • standortnahe, zusätzliche Flächen, damit die Unternhmen ihre Kapazitäten erweitern können.

Methodik der bayerischen Konjunkturumfrage

Für den bayerischen Konjunkturbericht wurden insgesamt 4.000 Unternehmen von den bayerischen IHKs schriftlich befragt. Die Konjunkturumfrage wird drei Mal im Jahr durchgeführt.