Frauen in der Wirtschaft

Die IHK setzt sich ein

Nur reden – geht nicht. Deshalb hat die IHK für München und Oberbayern eine ganze Reihe von Aktivitäten ins Leben gerufen – für mehr Frauen in der Wirtschaft.

Gut zu wissen

Frauen verdienen – unbereinigt – nach wie vor im Durchschnitt 22 Prozent weniger als Männer. Der AK Frauen in der Wirtschaft der IHK für München und Oberbayern befürwortet daher explizit, dass Männer und Frauen für vergleichbare Aufgaben die gleiche Entlohnung erhalten. Bestehende Entgeltunterschiede müssen abgebaut werden.

Gleichzeitig spricht sich der AK jedoch mehrheitlich gegen den Entwurf zum Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen, kurz Entgeltgleichheitsgesetz, aus, das derzeit in der Diskussion ist. Und zwar deshalb: Der bürokratische Mehraufwand in den Unternehmen ist nicht angemessen. Durch die Vorgabe, bei Stellenausschreibungen auch Mindestgehälter anzugeben, wird der Wettbewerb zwischen den Arbeitgebern verzerrt.

Zudem setzt das Gesetz nicht an den eigentlichen Ursachen der Entgeltungleichheit an. Von dem bürokratischen Aufwand wären vor allem kleine und mittlere Unternehmen übermäßig betroffen – sie würden zum Experimentierfeld für den Gesetzgeber. Wann das Gesetz verabschiedet wird, ist noch offen.

Weitere Einzelheiten zum Gesetz und die Gegenargumente finden Sie in unserer Positionierung des AK Frauen.

Lange hat sich die Wirtschaft gegen die Geschlechterquote gewehrt – seit diesem Jahr gibt es sie, und es geht dabei bei weitem nicht nur um die 30-Prozent-Quote für die Aufsichtsräte von rund 100 börsennotierten und paritätisch mitbestimmungspflichtigen Unternehmen. Ebenfalls betroffen sind Betriebe, die entweder mitbestimmungspflichtig oder börsennotiert sind und mehr als 500 Beschäftigte haben. Auch diese Unternehmen sind aufgefordert, sich verbindliche Zielvorgaben für Aufsichtsräte, Vorstände und die beiden obersten Managementebenen zu setzen und ihre Fortschritte regelmäßig zu veröffentlichen. In München und Oberbayern gilt die weiche Frauenquote für rund 250 Firmen.

Erst kürzlich belegte eine internationale Studie erneut, dass Unternehmen mit mehr Frauen in Führungspositionen – also gemischten Teams an der Spitze oder auch Mixed Leadership – die erfolgreicheren sind. Es rechnet sich daher, darüber nachzudenken, mehr Frauen in Führung zu bringen. Finden Sie hier gute Ideen, wie das gelingt:

Rückblick auf den IHK-Frauenkongress "Frauen in der Wirtschaft. ERFOLGREICH. VERNETZT. 2016." mit rund 200 Teilnehmerinnen.