CSR-Themen

Sustainable Finance

Der Finanzwirtschaft kommt aufgrund ihrer Multiplikatorwirkung eine Schlüsselrolle auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung zu. Die Welthandelsorganisation UNCTAD schätzt, dass jährlich Investitionen von fünf bis sieben Billionen Dollar notwendig sind, um die Ziele der Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung und des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Da der Finanzierungsbedarf für nachhaltige Entwicklung nicht allein durch öffentliche Gelder gedeckt werden kann, sondern auch die Mobilisierung privater Gelder erfordert, beschäftigt sich die Politik verstärkt mit der Rolle der Finanzmärkte für eine nachhaltige Entwicklung.

Sustainable Finance tritt für eine nachhhaltige Ausrichtung der Finanzmärkte ein

Insgesamt versucht Sustainable Finance die Rolle von Finanzmärkten nachhaltiger auszurichten ‎indem Anlage- ‎und Kreditmanagement die Betrachtung langfristiger (Klima-)Risiken, ‎und die ‎Einbeziehung wertschöpfender ESG-Kriterien zur Grundlage der Investitions- ‎und ‎Anlagepolitik macht. ‎ In den letzten Jahren wurden diverse politische Initiativen zur Regelung und Einbeziehung der Finanzwirtschaft angestoßen - von der G20 über die UN bis zur EU. Auf nationaler Ebene haben bereits viele Länder mit Gesetzesvorlagen und Roadmaps zur nachhaltigen Finanzwirtschaft bzw. Sustainable Finance reagiert – so z.B. die Schweiz, Frankreich und Großbritannien. Begleitet werden die politischen Initiativen von einer steigenden Anzahl an NGOs, Inititativen, Think-Tanks u.ä. sowie einer Neufokussierung der Global player auf den internationalen Finanzmärkten auf Nachhaltigkeitsthemen (z.b. BlackRock, Bloomberg, Thomson Reuters, etc.).

Der Markt für Nachhaltige Geldanlagen ist allein in Deutschland von 5 Milliarden in 2005 auf 136 Millarden in 2016 gestiegen.

Folgende aktuellen Entwicklungen in Berlin und Brüssel lassen sich identifizieren:

Die EU-Kommission hat im Dezember 2016 eine High Level Expert Group (HLGE) gegründet, die die Ausarbeitung einer umfassenden EU-Strategie für Sustainable Finance begleiten soll.
Die Expertengruppe veröffentlichte am 31.1.2018 den ersten Bericht zu Sustainable Finance mit Empfehlungen für die weitere Stärkung von Nachhaltigkeit im regulatorischen und finanzpolitischen Rahmen der EU. Es werden u.a. folgende Empfehlungen ausgesprochen:

  • Etablierung eines einheitlichen EU Klassifizierungssystems für nachhaltige Assets ‎
  • Nachhaltigkeit als Teil der treuhänderischen Pflichten
  • Offenlegungspflichten finanzieller Institutionen zu‎Nachhaltigkeitsaspekten (ESG)
  • Etablierung eines europäischen Standards / Labels für Green Bonds und für nachhaltige Fonds sowie andere nachhaltige Investmentprodukte
  • Berücksichtigung von ESG-bezogenen Risiken durch die europäischen Finanzaufsichtsbehörden

In Deutschland hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) der Bundesregierung im November 2016 das Thema „Nachhaltige Finanzwirtschaft“ als Schwerpunktthema in sein Arbeitsprogramm mit aufgenommen und steht hierzu in engem Dialog mit Finanzmarktakteuren aller Ebenen. Zusammen mit der Deutschen Börse AG hat der RNE 2017 den Hub for Sustainable Finance (H4SF)ins Leben gerufen, um die Nachhaltigkeitsaktivitäten im Finanzsektor zu koordinieren. Ziel ist es, unter Einbezug der Finanzwirtschaft, Ansatzpunkte und Ansätze für Veränderungen zu finden.