IHK-Position zur Bundestagswahl 2017

Wirtschaftsverkehr

Wirtschaftsverkehr
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Städte und Gemeinden müssen als funktionsfähige und attraktive Handels-, Dienstleistungs- und Industriestandorte für den Wirtschaftsverkehr ohne Einschränkungen erreichbar bleiben.

Auf einen Blick

Dauerhafte Überlastungen der Straßen- und Schienenverkehrsnetze sowie verkehrliche Restriktionen erschweren betriebliche Abläufe und bergen die Gefahr von Betriebsverlagerungen an Standorte, die nur noch für den Autoverkehr erreichbar sind und mit öffentlichen Verkehrsmit-teln nicht mehr wirtschaftlich bedient werden können. Der stark expandierende Onlinehandel führt zu erheblichem Verkehrswachstum und stellt damit den Wirtschaftsverkehr vor zusätzliche Herausforderungen. Folgende Aktivitäten müssen verstärkt angegangen werden:

  • Hauptstraßen- und Schienennetz weiter stärken, da der Wirtschaftsverkehr nicht auf öffentliche Verkehrsmittel verlagerbar ist
  • Ein leistungsfähiges und attraktives ÖPNV-Angebot sowie ein weiterer Ausbau des Fuß- und Radwegenetzes schaffen auf den Straßen zusätzliche Kapazitäten für den Wirtschaftsverkehr
  • Die Steuerung des ruhenden Verkehrs mittels intelligentem Parkraummanagement kann die Erreichbarkeit des innerstädtischen Wirtschaftsverkehrs ebenfalls verbessern

Der Wirtschaftsverkehr hat für die Ver- und Entsorgung der Städte keine geringere Bedeutung als der öffentliche Personennahverkehr für die Beförderung von Personen. Das muss in der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion über die Verkehrsplanung und -steuerung ausreichend berücksichtigt werden.

Thomas Eberl, Geschäftsführer Eberl Internationale Spedition GmbH & Co. KG, Mitglied im Verkehrsausschuss der IHK für München und Oberbayern

Transportleistung
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Hauptaufgabe des Wirtschaftsverkehrs ist die Versorgung der Städte und Gemeinden mit samt den dort ansässigen Unternehmen. Er trägt durchschnittlich 30 Prozent – in Stadtzentren sogar über 60 Prozent – zum Gesamtverkehrsaufkommen bei. Hierfür muss die Politik den Erforder-nissen des Wirtschaftsverkehrs wesentlich stärker Rechnung tragen, damit die Funktionsfähigkeit der Wirtschaftsstandorte dauerhaft gesichert bleibt.

Der Wirtschaftsverkehr ist auf ein leistungsfähiges Hauptstraßennetz angewiesen, da er nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln abgewickelt werden kann. Immer wieder diskutierte Geschwin-digkeitsreduzierungen auf dem Hauptverkehrsstraßennetz führen zu Zeitverlust und somit auch zu einem Attraktivitätsverlust der Hauptverkehrsachsen. Die Bündelung des Verkehrs auf dem Hauptstraßennetz reduziert unerwünschte Schleichverkehre in den Nebenstraßen und Wohn-quartieren erheblich. Dazu gilt es, Engpässe im definierten Hauptstraßennetz zu identifizieren und zu beseitigen.

Der Transport- und Logistiksektor ist ein Motor der deutschen Wirtschaftsleistung. Eine starke Logistik ist die Voraussetzung für das Wirtschaftswachstum in anderen Branchen. Das starke Wachstum der Logistikwirtschaft lässt sich sowohl auf die zunehmende internationale Arbeitsteilung und Vernetzung als auch auf die verstärkte Auslagerung von Logistikaufgaben von Unternehmen zu Logistikdienstleistern zurückführen. Um weiterhin „Logistik-Weltmeister“ bleiben zu können, müssen Rahmenbedingungen upgedatet werden.

Forderungen

  • Wirtschaftsverkehr im Planungshandeln der Politik verankern
  • Hauptstraßennetz für den Wirtschaftsweg weiter stärken und zugänglich halten
  • Transport- und Logistiksektor als Motor der deutschen Wirtschaftsleistung stärken