IHK-Positionen zur Bundestagswahl 2017

Berufliche Bildung

Berufliche Bildung
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Die Unternehmen in Deutschland brauchen eine leistungsfähige und starke Berufliche Bildung.
Als unverzichtbarer Standortfaktor sichert sie den Nachwuchs an betrieblich qualifizierten Fachkräften, der für die Wettbewerbsfähigkeit und die Innovationskraft unserer Wirtschaft von
ausschlaggebender Bedeutung ist.

Auf einen Blick

Doch das Potenzial für die Berufliche Bildung schrumpft: Aufgrund der demografischen Entwicklung geht die Anzahl der Schulabgänger zurück. Gleichzeitig entscheiden sich immer mehr Schulabsolventen für ein Studium. Setzt sich dieser Trend ungebremst fort, wird es zu erheblichen Engpässen bei beruflich qualifizierten Fachkräften kommen.

Aus diesen Gründen sollte die Politik das Augenmerk insbesondere auf folgende Punkte richten:

  • Leistungsfähigkeit der Beruflichen Bildung sichtbar machen
  • Systematische, zielgruppenorientierte Berufsorientierungsangebote
  • Potenziale für die berufliche Bildungskarriere sichern und erschließen
  • Weiterbildungsbereitschaft fördern

Neben der Sicherung eines ausreichenden Nachwuchses an Hochschulabsolventen wird die Deckung des Bedarfs an beruflich Qualifizierten auch 2030 eine zentrale Herausforderung sein. Die sich zum Teil bereits abzeichnende Facharbeiterlücke ist durch eine konsequente Stärkung der dualen Ausbildung zu vermeiden, ansonsten wird am Bedarf der Wirtschaft vorbei qualifiziert.

Dieter Omert, Leiter Bildungswesen AUDI AG, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses der IHK für München und Oberbayern

Fachkräfteengpässe in Bayern
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Die Lage auf dem deutschen Ausbildungsmarkt hat sich grundlegend geändert: Von einem Mangel an Ausbildungsplätzen kann keine Rede mehr sein. Zu Beginn des Ausbildungsjahres 2016 blieben 43.500 Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Demografie und der nachhaltig starke Trend zum Studium schlagen hier zu Buche: Während vor 15 Jahren noch rund 30% eines Jahrgangs ein Studium aufnahmen, sind es heute bereits knapp 50%. Diese Entwicklung steht konträr zu dem Bedarf am Arbeitsmarkt. Der IHK-Fachkräftereport 2016 zeigt: Bereits heute fehlen in Bayern 139.000 Fachkräfte. Gesucht werden nicht in erster Linie Akademiker, sondern zu mehr als 80% beruflich qualifizierte Mitarbeiter. Daher muss die duale Ausbildung als echte Alternative zu Abitur und Studium in der Gesellschaft verankert und durch die Politik auch so vermittelt werden.

Die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung sind daher gefordert, eine bundesweite, nachhaltige und zielgruppengerechte Informations- und Imagekampagne für die Berufliche Bildung greifbar zu machen, wird sich die Wahrnehmung des Stellenwerts der beruflichen Aus- und Weiterbildung positiv verändern und Jugendliche wieder verstärkt auf eine „Karriere mit Lehre“ setzen.

Forderungen

  • Bundesweite Imagekampagne für die Berufliche Bildung
  • Gleichberechtigte Bildungsoption in der Berufsorientierung