Bürokratie abbauen, Digitalisierung vorantreiben

Forderungen der bayerischen Wirtschaft an die neue Bundesregierung

Businessman signing contract while his team is looking at him
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Zu Beginn der Koalitionsverhandlungen in Berlin liegen wirtschaftspolitischen Forderungen der bayerischen Wirtschaft auf dem Tisch. Grundlage ist eine Befragung von 340 Unternehmen aus dem Freistaat. Bürokratieabbau sollte nach Auffassung der Wirtschaft ganz oben auf der To-Do-Liste der neuen Regierung stehen.

Das sollte die neue Regierung in Berlin in Angriff nehmen

63 Prozent der Unternehmen wünschen sich, dass der Bürokratieabbau angepackt wird. Für gut jedes zweite Unternehmen (54%) ist der Ausbau der Digitalisierung sehr wichtig. Die dritthäufigste Forderung (42 Prozent der Nennungen) ist, den Arbeitsmarkt weiter zu flexibilisieren.

Der Freihandel steht für die Unternehmen nicht zur Debatte. Vier von fünf Unternehmen stimmen der Aussage zu, dass der Freihandel der deutschen Wirtschaft trotz hohen Wettbewerbsdrucks Vorteile bringe. Sie fordern die Bundesregierung auf, sich gemeinsam mit der EU gegen Protektionismus einzusetzen.

Das Steuersystem hält die Wirtschaft für zu kompliziert. Für eine Vereinfachung würden 77,6 Prozent in Kauf nehmen, wenn dadurch Ausnahmetatbestände wegfielen und dadurch ihre eigene Steuerbelastung ansteigen würde. Zudem fordern sie mehr Rechtssicherheit bei der Integration von Flüchtlingen.

Ein Rechtsanspruch auf Freistellung für Weiterbildung erfährt von den Unternehmen wenig Unterstützung. Nur 10,9 Prozent stimmen dieser Aussage zu.

So benoten die Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland

Die bayerischen Unternehmen stellen der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes ein mittelprächtiges Zeugnis aus. Das berufliche Bildungssystem kommt mit einer Note von 2,0 (Notensystem von 1 sehr gut bis 6 ungenügend) gut weg. Aber bereits die Verkehrsinfrastruktur bekommt nur ein knappes befriedigend (3,2). Die selbe Note geben die Unternehmen den Arbeitskosten. Am schlechtesten werden das Fachkräfteangebot (3,9) und die Bürokratie (4,2) bewertet.