Unternehmenspraxis im Tourismus

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v.l.n.r. Martin Drognitz (IHK für München und Oberbayern), Klaus Stöttner (Präsident TOM e.V.), Christian Nordhorn (IHK für München und Oberbayern), Daniela Cermakova (TOM e.V.), Susanne Gruber (DEHOGA Bayern e.V., Bezirk Oberbayern), Oswald Pehel (TOM e.V.)


Am 01. April fand im Forum der IHK Akademie München das 5. Tourismusforum Oberbayern mit mehr als 150 Teilnehmern statt. Die Veranstaltung wird jährlich von der IHK für München und Oberbayern, gemeinsam mit dem Tourismus Oberbayern München (TOM e.V.) sowie dem Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern, Bezirk Oberbayern zu einem wechselnden Leitthema organisiert. Das diesjährige Forum stand ganz im Zeichen der Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für touristische Unternehmen in Oberbayern; gerade die Fördermöglichkeiten sind, nicht zuletzt durch das bald startende Gaststättenmodernisierungsprogramm, für die Betriebe von großem Interesse. Neben den Fachreferenten lieferten Bankenvertreter, ein Hotelier sowie Startup-Unternehmen spannende Denkanstöße und zeigten Möglichkeiten und Herausforderungen neuer Investitionsprojekte auf.


Touristische Betriebe finden in Oberbayern ein breites Unterstützungsangebot – von der Beratung vor der Gründung, über Finanzierungsmöglichkeiten bis zur gewerblichen Förderung. Das Ziel des diesjährigen Tourismusforum Oberbayern war es, die Teilnehmer auf den aktuellen Stand in Sachen Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten in Oberbayern zu bringen und gleichzeitig ein Plädoyer für Investitionen in den Betrieb zu halten; denn um weiterhin auf höchstem Niveau wettbewerbsfähig zu bleiben, braucht es „Qualität, Qualität, Qualität!“, wie Klaus Stöttner, Mitglied des Landtags, bereits im Grußwort passend formulierte.
Investitionen frühzeitig anzugehen und nicht zu lange zu warten, dafür plädierte Jan Kobernuß (ift Consulting): „Wer zu lange wartet, riskiert schmerzhafte Erfahrungen“. Anhand anschaulicher Beispiele zeigte er in seinem Vortrag auf, wie sich Investitionen in Destinationen und im Beherbergungswerbe auszahlen. Im Anschluss gab Sylvia Stegmüller (Referatsleiterin Tourismuswirtschaft/Förderung des Tourismus, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie) einen Überblick über ganz konkrete Fördermöglichkeiten für touristische Betriebe; Mitte Mai soll auch das „Gaststättenmodernisierungsprogramm“ starten, dass dem Wirthaussterben entgegenwirken soll. Dass es bei bestimmten Projekten einen Anstoß im Sinne einer Förderung braucht, brachte Thomas Hettegger (Geschäftsführer Jenneralm GmbH) auf den Punkt: „Ohne Förderung hätte man das Projekt Jennerbahn nicht bauen können.“ Zudem können geförderte Objekte, wie das Hotel Edelweiß, als Leuchtturm für die Region fungieren und dort „weitere Investitionen anstoßen“.
In der anschließenden Podiumsdiskussion („Von der Investitionsidee zur Umsetzung“), moderiert von Joachim Linke (Referatsleiter Gründung, Finanzierung, Krisenmanagement, IHK für München und Oberbayern) gaben Bankenvertreter, Fördermittelberater sowie Vertreter der Regierung von Oberbayern Tipps und Anregungen, wie Finanzierungen und Förderungen am besten abgerufen werden können. Reinhard Frauscher (stv. Vorstandsvorsitzender VR meine Raiffeisenbank eG) betonte dabei, dass es „noch nie so günstig war zu investieren wie heute“.
Förderungen und Finanzierung sind wichtig für die Betriebe um Investitionen tätigen zu können, andererseits müssen die Betriebe auch wirtschaftlich gut aufstellt sein. Ein wichtiger Faktor ist hier unter anderem der Preis, auf den Michael Lidl (Treugast Solutions Group) in seinem Fachvortrag einging: „Neben dem Preis, sollten auch die Vertriebskanäle gesteuert werden, z.B. bei hoher Nachfrage das Produkt nur über die eigenen Kanäle buchbar machen.“
Als Ausklang präsentierten vier Start-ups (Camperboys GmbH, Startup Alm, Unplanned GmbH, Wisefood GmbH) ihre Geschäftsmodelle, z.B: essbare Trinkhalme, mit denen sie für frischen Wind in der Tourismusbranche sorgen und den aktuellen gesetzlichen Richtlinien oder Gästebedürfnissen begegnen; der anschließende Austausch nutzte sowohl den etablierten als auch den jungen Unternehmen.