Oberbayerische Unternehmen für den freien Handel

Richard Bader, Europäische Reiseversicherung AG

Wir brauchen mehr freien Handel, weil Handelshemmnisse auch Hemmnisse für Wohlstand sind. Freier Handel ermöglicht höhere Absätze durch Export, eröffnet neue Märkte und senkt die Kosten für Unternehmen, während die Preise für Verbraucher durch Abbau von zusätzlichen Kosten, wie Zöllen, sinken.

Richard Bader, Europäische Reiseversicherung AG

Was bedeuten freier Handel, offene Märkte und ein starker EU-Binnenmarkt für Ihr Unternehmen?

Innerhalb Europas zählt die ERV zu den führenden Anbietern von Reiseversicherungen. Durch unsere Niederlassungen im europäischen Ausland profitieren wir vom europäischen Binnenmarkt, auch durch Versicherungslösungen für Geschäftsreisende von europäischen Unternehmen.

Die Streuung des versicherungstechnischen Risikos auf verschiedene Märkte stärkt die Profitabilität der ERV AG. Freier Handel und Abbau von Handelshemmnissen eröffnen die Möglichkeiten zur Erschließung neuer Märkte.

Wie hoch ist Ihr Exportanteil und viele Arbeitsplätze hängen im Inland (schätzungsweise) vom Exportgeschäft ab?

Die ERV AG vertreibt Ihre Versicherungslösungen rund um das Thema Reise und Freizeit über Niederlassungen, Töchter und Kooperation in ca. 30 Ländern. Im Jahr 2016 stellten Großbritannien, Spanien und die USA die wichtigsten geographischen Absatzmärkte der ERV AG im Ausland dar. Im Inland beschäftigen sich ca. 15 Stellen ausschließlich mit der Steuerung des internationalen Geschäfts.

Wie hat sich Ihr Auslandsgeschäftes in den vergangenen Jahren entwickelt? Aus wie vielen Ländern kommen ihre Kunden und Lieferanten?

Der Anteil des Auslandsgeschäftes am Gesamtumsatz hat sich in den letzten 4 Jahren um ca. 6% auf ca. 63% erhöht. Die Kunden der ERV AG kommen aus den ca. 30 Ländern in welchen die ERV vertreten ist. Darüber hinaus werden auch Versicherungslösungen für ständig im Ausland lebende Kunden und Inlandsbesucher geboten.

Gab oder gibt es derzeit Hürden für das Auslandsgeschäft?

Besondere Unsicherheit herrscht aufgrund möglicher Maßnahmen der neuen US-Regierung. Einerseits könnte expansive Fiskalpolitik das Wachstum und die Inflation in den USA ankurbeln. Andererseits könnten protektionistische Maßnahmen den Welthandel und damit das Wachstum beeinträchtigten. In Europa könnten die Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der EU zu Turbulenzen führen. Die großen Herausforderungen in 2016, insbesondere das veränderte Reiseverhalten und das große Thema Sicherheit aufgrund von geopolitischen Ereignissen werden die Reiseversicherungsbranche auch 2017 weiter beschäftigen.

Welche Perspektiven erhält Ihr Unternehmen durch den Abbau von Handelshemmnissen oder durch neue Abkommen wie CETA oder TTIP?

Durch Handelsabkommen wie CETA oder TTIP würde der Wirtschaftsraum um mehrere hundert Millionen Menschen anwachsen. Ein Abbau von Handelshemmnissen bietet die Möglichkeiten weitere Kooperationen einzugehen, Niederlassungen zu gründen und neue Märkte zu erschließen. Marktschützende Regularien behindern den Eintritt und verhindern die Einrichtung von nachhaltigen Geschäftsstellen.