Integration von Flüchtlingen

Die IHK übernimmt Verantwortung

Wie unterstützen die bayerischen IHKs Unternehmen bei der Integration von Flüchtlingen?

Die Integration von Flüchtlingen ist eine gute Investition in die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts – und entspricht unserem Markenkern als Ehrbare Kaufleute: „Gemeinsam unternehmen wir Verantwortung“. Die bayerischen IHKs setzen dabei vor allem auf die starke integrative Kraft der beruflichen Bildung. Im Fokus stehen ausbildungswillige und ausbildungsfähige junge Asylbewerber sowie junge Geduldete mit guter Bleibeperspektive.

Bereits seit geraumer Zeit machen wir uns für das Modell 3+2 stark, das bundesweit Weichen gestellt hat. Dieses soll den jungen Menschen ohne Angst vor Abschiebung ermöglichen, eine dreijährige Ausbildung zu absolvieren und dann noch zwei Jahre in dem erlernten Beruf weiterzuarbeiten. Für unsere Unternehmen schafft es Rechts- und Planungssicherheit.

Aktivitäten der bayerischen IHKs auf einen Blick:

  • Investitionen von rund 8 Mio. € für 2016 eingeplant
  • Nachhaltiges, ganzheitliches Maßnahmenpaket rund um die IHK-Kernkompetenz der Beruflichen Bildung
  • Übergangsmanagement für Absolventen der Berufsintegrationsklassen.

In den bayerischen IHKs werden zahlreiche Projekte und Aktivitäten durchgeführt. Zudem haben wir mit der bayerischen Staatsregierung sechs Schlüsselprojekte für eine erfolgreiche Integration vereinbart, die wir flächendeckend in Bayern umsetzen werden. Diese Projekte sollen den Unternehmen zugutekommen und diese bei der praktischen Eingliederung von Flüchtlingen in die Betriebe unterstützen.

Die sechs Schlüsselprojekte:

Video zum Startschuss für das deutschlandweite Aktionsprogramm der IHKs

DB startet Qualifizierung von erwachsenen Flüchtlingen

Pressekonferenz ICE-Werk München, Deutsche Bahn startet Programm zur Qualifizierung für erwachsene Flüchtlinge
© © by DB AG/Uwe Miethe

IHK unterstützt Qualifizierung von Flüchtlingen bei der DB

Die Deutsche Bahn (DB) startet in Bayern als eines der ersten deutschen Unternehmen ein Qualifizierungsprogramm speziell für Flüchtlinge mit Berufserfahrung im elektrotechnischen Bereich. Am 9. November 2015 startete die erste Klasse mit zunächst 15 Teilnehmern zur Umschulung zu Elektronikern für Betriebstechnik mit einer Dauer von bis zu 28 Monaten.

DB-Personalvorstand Ulrich Weber stellte das neue Programm und weitere Projekte für junge Flüchtlinge in München vor. Weber sagte, diese Maßnahme verdeutliche die gute Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit, der Stadt und de IHK.

„Die IHK München unterstützt dieses Projekt aus der tiefen Überzeugung, dass Ausbildung und Arbeit der beste und schnellste Weg zur Integration von Flüchtlingen sind“, sagte Dr. Josef Amann, Bereichsleiter Berufsbildung bei der IHK für München und Oberbayern

Neben der gesetzlichen Tätigkeit in der Berufsbildung unterstützt die IHK dieses Projekt vor allem hinsichtlich der Kompetenzfeststellung und Analyse eventueller Anerkennungsmöglichkeiten der im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse der Interessenten.

Die Qualifizierung beginnt mit viermonatigen Sprachkursen für Anfänger und Fortgeschrittene. Die fachliche Umschulung bei DB Fernverkehr dauert bis zu 28 Monate. Bei erfolgreichem Verlauf plant die DB, das Programm in Bayern auszubauen und regelmäßig anzubieten.

Zustande gekommen ist das Programm für erwachsene Flüchtlinge aufgrund einer engen Zusammenarbeit mit mehreren Partnern – der IHK für München und Oberbayern (IHK), der Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Landeshauptstadt München und sowie dem Bildungswerk der Bayrischen Wirtschaft.

Die Teilnehmer des Programms stammen aus acht Ländern, darunter Nigeria, Eritrea, Kongo, Iran, Algerien, Somalia, Syrien, Tunesien. Sie bringen alle Berufserfahrung im elektrotechnischen Bereich mit. Einige sind erst wenige Monate in Deutschland, andere bereits mehrere Jahre. Zuvor wurden in einem eigens entwickelten Verfahren mit Auswahl- und Profiltagen die Vorkenntnisse, Kompetenzen und die Förderfähigkeit geprüft. Das Qualifizierungsprogramm ist in den vergangenen 18 Monaten entwickelt worden. DB-Personalvorstand Ulrich Weber erklärte, man wolle mit dieser Klasse auch Erfahrungen sammeln. Wenn das Konzept erfolgreich sein wird, werde man das Programm bayernweit ausbauen.