Betrieben kommt Schlüsselfunktion bei Flüchtlingsintegration zu

BIHK-Präsident und Wirtschaftsministerin zeichnen Ausbilder und ‎Personalverantwortliche aus

Mehr als 60 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht. Ein immer größer werdender Teil von ihnen kommt nach Europa, vor allem nach Deutschland. Allein im ersten Halbjahr 2016 wurden nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Bayern 65.000 Asylanträge gestellt.

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Foto: IHK Nürnberg für Mittelfranken/Vanessa Mund

Eine Schlüsselrolle bei der Integration von Flüchtlingen kommt der Wirtschaft zu. Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) und das bayerische Wirtschaftsministerium würdigten jetzt bei einer Feierstunde in Nürnberg das Engagement der Betriebe. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und BIHK-Präsident Eberhard Sasse überreichten dazu an 100 Teilnehmer der bayernweiten Seminare „Betriebliche Integration von Flüchtlingen“ Urkunden.

„Die bayerische Wirtschaft glaubt daran, dass Ausbildung und Arbeit der beste Weg zu Integration ist“, betonte BIHK-Präsident Eberhard Sasse und Bayern in seinem Grußwort. Dabei trügen vor allem die Ausbilder und Personalverantwortlichen zum Gelingen des Ankommens und Eingliederns von Geflüchteten bei. „Sie sind damit ein eindrucksvolles Beispiel für die Bereitschaft der Wirtschaft, Verantwortung zu übernehmen, ganz im Sinne des Leitmotivs der IHKs ´gemeinsam unternehmen wir Verantwortung`“, dankte der BIHK-Präsident den Seminarteilnehmern.

Zuvor hatte auch Wirtschaftsministerin Aigner in ihrer Rede den hohen Stellenwert der betrieblichen Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt betont: „Gemeinsam mit den Kammern, der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit und den Vertretern der bayerischen Wirtschaft stellen wir uns dieser Aufgabe. Betriebe wie Ihre geben Flüchtlingen die Chance, im Arbeitsleben Fuß zu fassen.“ Das Projekt „Betriebliche Integration von Flüchtlingen“ sei dabei ein wichtiger Eckpfeiler der Initiative „Integration durch Ausbildung und Arbeit“‘. Mit Praxistipps für Unternehmen nehme dieses bayerische Projekt deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein.

Integrationspakt zeigt Wirkung

Insgesamt haben im ersten Halbjahr 2016 mehr als 300 Personalverantwortliche und ‎Ausbilder an den kostenlosen, vom Wirtschaftsministerium geförderten Fortbildungen ‎der bayerischen IHKs teilgenommen. Die Idee: Empathie und Feingefühl dieser Zielgruppe sind entscheidend für den Erfolg des bayerischen Integrationspakts. Neben der Vermittlung beruflicher und sprachlicher Qualifikation sind hierfür auch sozio-kulturelle Hürden zu nehmen. Sieben Seminare mit rund 100 Teilnehmern fanden davon in Oberbayern statt.‎

Die interkulturellen Trainings sind dabei nur ein Teil des umfassenden Maßnahmenpaketes, das die bayerische Wirtschaft im vergangenen Jahr mit der Bayerischen Staatsregierung für eine erfolgreiche Integration von geflüchteten Menschen vereinbart hat. Mittlerweile unterstützen 18 IHK-Integrationsberater bayernweit die Unternehmen und Flüchtlinge beim Einstieg in die Ausbildung. Bis zum Jahr 2017 werden die bayerischen IHKs einen onlinebasierten Kompetenzcheck anbieten und die „IHK-Teilqualifikationen“ sollen auch für Flüchtlinge über 25 Jahre geöffnet werden. Seit Beginn des neuen Ausbildungsjahres wird zudem an allen bayerischen Berufsschulen zusätzliche berufsbezogene Sprachförderung für Auszubildende und Praktikanten angeboten.