Infos für Omnibus-Unternehmer

Die IHK setzt sich für die Belange der oberbayerischen Omnibusunternehmen ein und informiert in Merkblättern, Broschüren oder Flyern über aktuelle und wichtige Themen in der Omnibusbranche. So wurde z. B. mit dem Inkrafttreten der neuen EU-Berufszugangsverordnung (EG) zum 04.12.2011 die Zulassung zum Beruf des Personen- und Güterverkehrsunternehmers neu geregelt und der sog. Verkehrsleiter eingeführt.

Fernbus

Auch mit dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz haben sich Änderungen für Unternehmen im Personenverkehr ergeben. Zu diesen und weiteren Themen wie Fachkundeprüfung, Genehmigungsvoraussetzungen, Verkehrsarten im Omnibusgewerbe etc. informiert die IHK für München und Oberbayern telefonisch oder – nach Terminabsprache - im persönlichen Gespräch.

Fernbuslinienverkehr im Jahr 2017 - vier Jahre nach der Novellierung

Durch die Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) zum 1. Januar 2013, wurde der Fernbusverkehr auch für private Omnibusunternehmen möglich. Der dadurch ausgelöste "Fernbus-Boom" war in der Zeit danach vielen Schwankungen, Veränderungen von Unternehmensstrukturen, Marktein- und -austritten sowie Fusionen unterworfen. Die zunächst überwiegend in Deutschland angebotenen Linienverbindungen wurden in kürzester Zeit kontinuierlich erweitert und führen schon seit langem auch in die europäischen Nachbarländer.

Die Konsolidierung hat die Fernbus-Branche inzwischen überschaubar gemacht. Gemessen an Fahrplankilometern ist das Unternehmen Flixbus mit einem Anteil von 90 % absoluter Marktführer, gefolgt von Touring/Eurolinie mit 2,8 Prozent und dem Unternehmen DeinBus mit 1,3 Prozent. Weitere Unternehmen sind u. a. RegioJet (Student Agency), Hellö (ÖBB), IC Bus (Deutsche Bahn) etc.; (Stand: Januar 2017, Quelle: Marktforschungsinstitut, IGES). Trotz Konsolidierung und der üblichen Schwankungen im Fernbuslinienverkehr sind die Fahrgastzahlen weiter angestiegen. Im Jahr 2016 haben rund 24 Millionen Fahrgäste Reisen mit dem Fernbus unternommen, das sind knapp 5 % mehr als im Jahr zuvor.

Die Infrastruktur der Fernbus-Bahnhöfe hinkt dem rasant angestiegenen Angebot im Fernlinienverkehr noch stark hinterher. Dies ergab ein ADAC-Test im Januar 2017. Getestet wurden zehn Fernbus-Bahnhöfe zu den Kriterien: Ausstattung, Zugänglichkeit, Sicherheit, Information und Komfort. Bei den meisten Bahnhöfen mangelt es an wettergeschützten Übergängen, verkehrsunsicheren Übergängen vom Wartebereich zu den Haltepositionen, fehlenden elektronischen Anzeigen mit aktuellen Informationen, Notrufmöglichkeiten und Defibrillatoren. Auch bei der Barrierefreiheit waren erhebliche Mängel wie z. B. das Fehlen durchgehender Leitsysteme für Sehbehinderte, festzustellen. Da gemäß PBefG bis zum 1. Januar 2022 eine vollständige Barrierefreiheit erreicht werden soll, besteht hier noch dringender Handlungsbedarf. Testsieger mit dem Urteil "gut" war Stuttgart. Der Münchner Zentralbahnhof landete - ebenfalls mit "gut" - auf Platz vier. Einen "sehr guten" Fernbus-Bahnhof gibt es nicht.

Nach wie vor sind die Städte und Gemeinden/Kommunen gefordert. Es müssen die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden, um sowohl die Bahnhöfe als auch die innerstädtische Infrastruktur weiter auszubauen um den Fernbuslinienverkehr auch in Zukunft attraktiv zu halten.

Das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eine Marktanalyse erstellt. Der Bericht für 2016 umfasst u. a. die Entwicklungen auf der Angebots- und Nachfrageseite seit dem Jahr 2013. Schwerpunkte der Analyse waren z. B. die Entwicklung des Liniennetzes, die Preisentwicklung, die wirtschaftliche Entwicklung, Fahrgaststruktur, Kundenentwicklung etc.. Den gesamten Bericht können Sie der Internetseite des Bundesamts für Güterverkehr (www.bag.bund.de) entnehmen.