IHK Ratgeber

Berufskraftfahrerqualifikation im Güter- und ‎Personenverkehr

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© Tomasz Zajda / stock.adobe.com

Berufskraftfahrer sind gesuchte Fachkräfte: Bereits im Mai 2018 blieben 45.000 offene Stellen unbesetzt. Der Deutsche Speditions- und Logistikverband geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 150.000 Kraftfahrer im Güter- und Personenverkehr fehlen werden. Mittlerweile werben Unternehmer sich gegenseitig ihre Fahrer ab. Auf speziellen Jobportalen für Berufskraftfahrer wie Truck-Jobs sind rund 10.000 wechselwillige Fahrer (Stand 07.2019) verzeichnet, arbeitslose Berufskraftfahrer sind kaum zu finden. Damit es nicht zu Versorgungsengpässen kommt, sind Unternehmen darauf angewiesen, Auszubildende und Quereinsteiger einzustellen und entsprechend zu qualifizieren. Maßgeblich sind dabei die Vorschriften zur Berufskraftfahrerqualifikation. Das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) regelt genau, welche Prüfungen, Unterweisungen und Kurse Fahrer im Güter- oder Personenverkehr absolvieren müssen.

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Welche Punkte sind bei der ‎Berufskraftfahrerqualifikation zu berücksichtigen?‎

Die Regeln zur Berufskraftfahrerqualifikation sind sehr umfangreich. Doch besonders wichtig sind die folgenden Punkte, die ausbildende Betriebe und angehende Berufskraftfahrer und -fahrerinnen kennen sollten.

1. Anwendungsbereich

Die Vorgaben für die Berufskraftfahrerqualifikation beruhen auf der EU-Richtlinie 2003/59/EG vom 15. Juli 2003 (ABl. Nr. L 226 vom 10.09.2003). Um die Richtlinie umzusetzen, hat der Staat das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) und die auf diesem beruhende Berufskraftfahrer-Qualifikations-Verordnung (BKrFQV) erlassen.

Die Vorgaben des BKrFQG gelten für Beförderungen im Güter- oder Personenverkehr auf öffentlichen Straßen, sofern für diese Fahrten ein Führerschein der Klassen C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D oder DE nötig ist.

Für andere Fahrten zur Beförderung gelten die Regeln des BKrFQG nur, wenn das ausdrücklich vorgeschrieben ist.

Die Vorgaben des BKrFQG gelten für folgende Fahrer und Fahrerinnen:

  • deutsche Staatsangehörige
  • Angehörige eines anderen Mitgliedsstaates der EU, eines Vertragsstaates des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) sowie der Schweiz
  • Staatsangehörige von Drittstaaten, sofern diese in einem Unternehmen eingesetzt oder beschäftigt werden, das seinen Sitz in einem Mitgliedsstaat der EU, in einem Vertragsstaat des EWR oder der Schweiz hat

Hinweis: Das BKrFQG gilt für die Beförderung von Gütern oder Personen. Bei Leerfahrten greifen die Regeln nicht.

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‎2. Mindestalter und Qualifikation

Das Mindestalter der Fahrer und Fahrerinnen sowie deren Qualifikation gemäß BKrFQG richten sich nach der jeweiligen Fahrerlaubnisklasse. Die folgende Übersicht sorgt für Ordnung im Dschungel der Führerscheinklassen. Dabei gilt, dass alle Fahrerlaubnisklassen mit „C“ für den Güterkraftverkehr und die Fahrerlaubnisklassen mit „D“ für die Personenbeförderung gelten.

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FahrerlaubnisklasseMindestalterNachweis
C1 und C1E18 JahreGrundqualifikation nach § 4 Abs. 1 BKrFQG
 18 Jahrebeschleunigte Grundqualifikation nach § 4 Abs. 2 BKrFQG
C und CE18 JahreGrundqualifikation nach § 4 Abs. 1 BKrFQG
 21 Jahrebeschleunigte Grundqualifikation nach § 4 Abs. 2 BKrFQG
D1 und D1E18 JahreGrundqualifikation nach § 4 Abs. 1 BKrFQG
 21 Jahrebeschleunigte Grundqualifikation nach § 4 Abs. 2 BKrFQG
D und DE20 Jahre (bei Leerfahrten 18 Jahre)Grundqualifikation durch Abschluss einer Berufsausbildung nach § 4 Abs. 1 Nr. 2 BKrFQG
 21 JahreGrundqualifikation nach § 4 Abs. 1 Nr. 1 BKrFQG
 23 Jahrebeschleunigten Grundqualifikation nach § 4 Abs. 2 BKrFQG
D oder DE für Linienverkehr mit einer Linienlänge unter 50 km18 JahreGrundqualifikation durch Abschluss einer Berufsausbildung nach § 4 Abs. 1 Nr. 2 BKrFQG
 21 JahreGrundqualifikation nach § 4 Abs. 1 Nr. 1 BKrFQG oder beschleunigte Grundqualifikation nach § 4 Abs. 2 BKrFQG
Tipp: Im Rahmen der Berufsausbildung muss das Mindestalter nicht eingehalten ‎werden, sofern eine Ausbildung „Berufskraftfahrer“ oder „Fachkraft im ‎Fahrbetrieb“ oder einem anderen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, in dem ‎ähnliche Fertigkeiten und Kenntnisse zum Führen von Kraftfahrzeugen vermittelt ‎werden, stattfindet. Es handelt sich um eine nationale Regelung!‎

‎‎3. Besitzstand bei alten Führerscheinen‎

Nach dem BKrFQG sind nicht alle Fahrer und Fahrerinnen zum Erwerb der Grundqualifikation verpflichtet. Ausnahmen bei der Berufskraftfahrerqualifikation gelten für folgende Personen:

  • Fahrer und Fahrerinnen, die die Fahrerlaubnis der Klasse D1, D1E, D oder DE schon vor dem 10. September 2009 erstmalig erworben haben, gelten als qualifiziert.
  • Fahrer und Fahrerinnen, die die Fahrerlaubnis der Klasse C1, C1E, C oder CE schon vor dem 10. September 2009 erstmalig erworben haben, gelten als qualifiziert.
  • Auch eine Fahrerlaubnis der Klasse 3 (alt), die vor dem 01.01.1999 erworben worden ist, fällt unter den Bestandsschutz.
  • Der Besitzstand der Klassen C1 und C1E vor dem Stichtag wirkt auch weiter bei einer Erweiterung auf die Klassen C und CE nach dem Stichtag.
  • Für eine Erweiterung von vor dem Stichtag erworbene D-Klassen auf C-Klassen oder umgekehrt gelten erleichterte Bedingungen. Umsteiger müssen die Berufskraftfahrerqualifikation nur mit verringertem Stoffumfang ablegen.

Tipp: Für im Ausland und nicht innerhalb der EU oder des EWR erworbene Führerscheine gelten diese Ausnahmen nur, wenn die Ausstellung der Fahrerlaubnis in einem Drittstaat vorgenommen worden ist, der ausdrücklich in Anlage 11 der Fahrerlaubnisverordnung (FEV) aufgeführt ist.

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‎‎‎4. Erwerb der Grundqualifikation gemäß § 4 BKrFQG‎

Der Erwerb der Grundqualifikation für Berufskraftfahrer und -fahrerinnen erfolgt über eine theoretische und praktische Prüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK).

Tipp: Ein Vorbereitungskurs ist für die Prüfung zur Grundqualifikation nicht vorgeschrieben, allerdings ist dieser sehr empfehlenswert. Um- und Quereinsteiger sind verpflichtet, einen Vorbereitungskurs zu besuchen.

Der Erwerb der Grundqualifikation ist auf verschiedene Arten möglich:

  • Prüfung zur Grundqualifikation
  • Beschleunigte Grundqualifikation für Um- und Quereinsteiger ab 21 oder 23 Jahre (je nach Fahrerlaubnisklasse)
  • Spezifische Berufsausbildung zum Berufskraftfahrer oder zur Fachkraft im Fahrbetrieb, auch in einem vergleichbaren staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, der ähnliche Kenntnisse und Fertigkeiten im Fahren vermittelt. Als vergleichbare Ausbildung werden derzeit die Ausbildungen zum Straßenwärter/in oder als Werksfeuerwehrmann anerkannt. In diesem Fall ist die Berufskraftfahrerqualifizierung auf den Güterverkehr beschränkt.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) legt die Prüfungsinhalte für die Berufskraftfahrerqualifizierung in einer Mustersatzung fest. Für die Prüfung der Grundqualifikation geltenden folgende Vorgaben:

Theoretischer Teil

  • Die Regelprüfung dauert 240 Minuten.
  • Es kommen Multiple-Choice-Fragen, Fragen mit direkt zu formulierender Antwort sowie Erörterungen von Situationen aus der Praxis vor.

Praktischer Teil

  • Die praktische Prüfung besteht aus drei Teilen und dauert 210 Minuten:
    • 120 Minuten Fahrprüfung
    • 30 Minuten praktische Prüfung zu Themen wie Notfallsituationen oder Ladungssicherung etc.
    • maximal 60 Minuten Bewältigung kritischer Fahrsituationen

Die Prüfungen für Umsteiger gem. § 3 BKrFQV oder Quereinsteiger gem. § 2 Abs. 7 BKrFQV sind verkürzt. Zudem müssen die Prüflinge vorher einen Vorbereitungskurs mit 160 Unterrichtseinheiten à 60 Minuten an einer anerkannten Ausbildungsstätte wie der IHK absolvieren. Als Umsteiger gelten Berufskraftfahrer, die ihre Kenntnisse vom Güterverkehr auf den Personenverkehr oder umgekehrt ausweiten, also Lkw-Fahrer und -fahrerinnen, die auch Omnibus fahren möchten oder umkehrt. Als Quereinsteiger gelten Fahrer und Fahrerinnen, die bereits einen Nachweis über eine Fachkundeprüfung nach § 4 Abs. 6 der Berufszugangsverordnung für den Güterkraftverkehr oder den Straßenpersonenverkehr (Omnibusverkehr) erlangt haben.

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‎‎‎5. Nachweise

Fahrer und Fahrerinnen sind dazu verpflichtet, ihre Berufskraftfahrerqualifikation bei Kontrollen jederzeit nachzuweisen. Nach dem Bestehen der Prüfung zur Grundqualifikation, zur beschleunigten Grundqualifikation oder zur erfolgreichen Weiterbildung stellt die IHK jedem teilnehmenden Fahrer und jeder Fahrerin eine Bescheinigung über die erbrachten Leistungen aus. Mit den Bescheinigungen können Fahrer und Fahrer die nötigen Nachweise beantragen:

  • Nachweis über die Schlüsselzahl 95 im Führerschein: Wurde eine Fahrerlaubnis in Deutschland ausgestellt, erfolgt der Nachweis der Berufskraftfahrerqualifikation immer über diese. Auf Antrag wird die Schlüsselzahl 95 im Führerschein vermerkt, und zwar in der Spalte der jeweiligen Fahrzeugklasse. Hinter der Schlüsselzahl wird das Datum vermerkt, bis zu dem die nächste Weiterbildung erforderlich ist.
  • Nachweis durch Fahrerqualifizierungsausweis: Durch die Regeln der EU ist es möglich, den Nachweis über die Berufskraftfahrerqualifizierung durch einen speziellen Fahrerqualifizierungsausweis zu erbringen. Der Ausweis hat ebenfalls das Format einer Checkkarte und enthält neben der Nummer des Führerscheins auch Informationen zu den erlaubten Fahrzeugklassen. Der Nachweis der Berufskraftfahrerqualifizierung wird neben den Fahrzeugklassen eingetragen, für die er erlangt worden ist.
  • Nachweis für Fahrer aus Drittstaaten im Güterverkehr: Fahrer und Fahrerinnen aus Drittstaaten, die für ein Unternehmen mit Sitz in der EU, im Europäischen Wirtschaftsraum oder in der Schweiz arbeiten, benötigen zum Nachweis der erfolgten Berufskraftfahrerqualifizierung eine sogenannte Fahrerbescheinigung.
  • Nachweis für Fahrer aus Drittstaaten im Personenverkehr: Fahrer und Fahrerinnen aus Drittstaaten, die für ein Unternehmen mit Sitz in der EU, dem ERW oder der Schweiz im Personenverkehr arbeiten, benötigen zum Nachweis der Berufskraftfahrerqualifizierung eine nationale Bescheinigung.

Tipp: Zur gesetzlich vorgeschriebenen Berufskraftfahrerqualifizierung gehört nicht nur der Nachweis der Grundqualifikation; alle Fahrer und Fahrerinnen sind alle fünf Jahre zur Weiterbildung verpflichtet, um die Qualifikation zu erhalten.

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‎‎‎‎6. Anerkannte Ausbildungsstätten

Fahrer und Fahrerinnen, die die beschleunigte Grundqualifikation anstreben, sowie Berufskraftfahrer, die die gesetzliche Weiterbildungspflicht erfüllen möchten, sind verpflichtet, Schulungen einer anerkannten Ausbildungsstätte zu besuchen. Dazu gehören:

  • Fahrschulen mit einer Erlaubnis für die Klassen CE oder DE, deren Erlaubnis nicht ruht, und Fahrschulen und Fahrlehrerausbildungsstätten, die gemäß § 30 Abs. 3 Fahrlehrergesetz keine Erlaubnis benötigen
  • Ausbildungsbetriebe, die eine Berufsausbildung als Berufskraftfahrer, Fachkraft im Fahrbetrieb, Straßenwärter oder Werksfeuerwehrmann durchführen
  • Einrichtungen, die Umschulungen zum Berufskraftfahrer oder zur Fachkraft im Fahrbetrieb aufgrund von § 58 oder § 59 des Berufsbildungsgesetzes erlassener Regeln anbieten dürfen
  • Ausbildungsstätten, die durch die zuständigen Landesbehörden aufgrund landesrechtlicher Regelungen anerkannt sind

Tipp: Ihre IHK für München und Oberbayern kann Ihnen anerkannte Ausbildungsstätten zur Berufskraftfahrerqualifizierung in Ihrer Nähe nennen.

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‎‎‎‎Welche Rechtsgrundlagen beinhaltet die Richtlinie ‎‎2003/59/EG für die Berufskraftfahrerqualifikation?‎

Die Richtlinie 2003/59/EG harmonisiert die Berufskraftfahrerqualifikation in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, in den Vertragsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums und in der Schweiz. Dabei dient die Richtlinie 2003/59/EG als Basis für die Gesetze zur Berufskraftfahrerqualifikation, die in den einzelnen Mitgliedsstaaten und Vertragsstaaten erlassen werden. Die Richtlinie gibt den Rahmen für die Ausgestaltung der länderspezifischen Regelungen vor.

In Deutschland sind auf Grundlage der Richtlinie das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) und die auf dem Gesetz basierende Berufskraftfahrer-Qualifikations-Verordnung (BKrFQV) erlassen worden.

Welche Regelungen enthält das BKrFQG?

Das BKrFQG regelt die Anforderungen an die Berufskraftfahrerqualifikation und gibt vor, über welche Grundqualifikation Fahrerinnen und Fahrer im gewerblichen Güter- und Personenverkehr verfügen müssen. Außerdem legt das Gesetz fest, welche Weiterbildungen für die Berufskraftfahrerqualifikation anerkannt werden und in welchen Abständen eine Weiterbildung erforderlich ist.

Was regelt die BKrFQV?

In der Berufskraftfahrer-Qualifizierungs-Verordnung werden die Vorgaben aus dem Berufskraftfahrer-Qualifizierungsgesetz genauer definiert und die Umsetzung des Gesetzes geregelt.

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‎‎‎‎Welche fünf Module sind zur Weiterbildung in der ‎Berufskraftfahrerqualifikation zugelassen?‎

Die für die Berufskraftfahrerqualifikation zugelassenen Weiterbildungen müssen zu den folgenden fünf Modulen gehören:

  • Energiesparende Fahrweise & Umwelt
  • (Sozial-)Vorschriften & digitaler Tacho
  • Sicherheitstechnik & Verhalten bei Notfällen
  • Schaltstelle Fahrer, Imageträger des Unternehmens
  • Ladungssicherung nach VDI 2700

Anbei die Termine zur Weiterbildung bei der DEKRA:

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‎‎‎‎Was ist der Unterschied zwischen der Grundqualifizierung und der beschleunigten Grundqualifizierung im Güter- und Personenverkehr

Die Grundqualifizierung ist die Basis der Berufskraftfahrerqualifikation für alle Fahrer und Fahrerinnen, die weder über eine vorhergehende Qualifizierung verfügen noch unter den Bestandsschutz fallen. Die beschleunigte Grundqualifizierung können Fahrer und Fahrerinnen nutzen, die gemäß BKrFQG als Umsteiger oder Quereinsteiger gelten.

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Was ist bei der Verlängerung der Fahrerlaubnis nach ‎fünf Jahren zu beachten?‎

Nach den Vorgaben zur Berufskraftfahrerqualifizierung müssen Fahrer und Fahrerinnen im gewerblichen Personen- und Güterverkehr für die Fahrerlaubnisklassen C/CE, C1/C1E, D1/D1E und D/DE für die Verlängerung der Fahrerlaubnis folgende Unterlagen vorlegen:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • den alten Führerschein
  • ein biometrisches Passbild
  • augenärztliche Bescheinigung über das Sehvermögen
  • Bescheinigung eines Arbeitsmediziners über die körperliche und geistige Eignung
  • Bescheinigungen über fünf Weiterbildungen in den fünf Modulen von einer anerkannten Ausbildungsstätte

Tipp: Beantragen Sie die Verlängerung Ihrer Fahrerlaubnis rechtzeitig. Die Bearbeitung kann vier bis sechs Wochen dauern. Den Antrag dürfen Sie frühestens sechs Monate vor Ablauf der Fahrerlaubnis stellen.

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Welche Bedeutung hat die Schlüsselnummer 95 in der ‎Fahrerlaubnis?‎

Fahrer und Fahrerinnen, die ihre Fahrerlaubnis in Deutschland erworben haben, weisen über die Schlüsselnummer 95 im Führerschein nach, dass sie über die erforderliche Berufskraftfahrerqualifikation verfügen. Die Schlüsselnummer 95 belegt, dass die erforderliche Grundqualifikation sowie die nötigen Weiterbildungen erfolgt sind.

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Welche Kosten verursacht die ‎Berufskraftfahrerqualifikation?‎

Die Kosten der Berufskraftfahrerqualifikation schwanken je nach Art der Grundqualifikation. Außerdem bestimmt jede IHK die Höhe der Prüfungsgebühren selbst. Sie können mit folgenden Ausgaben rechnen:

  • Grundqualifikation: Hier ist kein Vorbereitungskurs nötig, es fallen lediglich die Prüfungskosten an. Rechnen Sie mit Prüfungskosten zwischen etwa 1.000 und 1.400 Euro.
  • Beschleunigte Grundqualifikation: Der verpflichtende Vorbereitungskurs schlägt mit etwa 2.000 bis 3.200 Euro zu Buche (je nachdem, ob Umsteiger oder Quereinsteiger), die Prüfungskosten liegen bei ca. 100 bis 150 Euro für die theoretische Prüfung.
  • Eintragung der Schlüsselnummer 95: Die Eintragung kostet knapp 30 Euro, dazu kommen die Kosten für einen neuen Führerschein oder für die Verlängerung.
  • Weiterbildung: Rechnen Sie für die fünf Module für die Weiterbildung mit Kosten von ca. 100 Euro pro Modul.

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Was müssen Quereinsteiger beachten?‎

Quereinsteiger, die bereits über eine Fachkundebescheinigung für den Straßenpersonenverkehr oder den Güterverkehr besitzen, profitieren von vereinfachten Regeln. Sie dürfen die beschleunigte Grundqualifikation nutzen und müssen weniger Lehrgangsstunden und eine kürzere Prüfung absolvieren.

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Berufskraftfahrerqualifikation für Selbstständige und Kleinunternehmer

Viele Kleinunternehmer und Selbstständige nutzen Kleintransporter bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen. Ob Handwerker oder Kurier- und Transportdienstleister – Kleintransporter sind beliebt. Bisher fallen Fahrer und Fahrerinnen solcher Wagen nicht unter die Berufskraftfahrerqualifikation. Das könnte sich in absehbarer Zukunft ändern. Die Große Koalition hat im Koalitionsvertrag vereinbart, dass auch die gewerbliche Nutzung von Kleintransportern langfristig durch die Berufskraftfahrerqualifikation geregelt werden soll. Das bringt große Nachteile für Selbstständige, Kleinunternehmer und Transport- oder Paketdienstleister. Denn folgende Punkte sind zu bedenken:

  • Das bisherige Personal verfügt in der Regel nicht über die nötige Qualifikation.
  • Qualifizierte Fahrer und Fahrerinnen sind stark gesuchte Fachkräfte, Unternehmen leiden schon heute unter dem Fachkräftemangel.
  • Die Berufskraftfahrerqualifikation ist mit hohen Zusatzkosten verbunden.
  • Der gesetzeskonforme Umbau der Kleintransporter z. B. mit einer Tachoscheibe ist eine große finanzielle Belastung für kleine Unternehmen.

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Häufige Fragen zur Berufskraftfahrerqualifikation

Nein. ADR-Kurse über den Transport von Gefahrgut können leider nicht anerkannt ‎werden.‎

An Sonn- und Feiertagen dürfen keine Weiterbildungsmaßnahmen stattfinden, es gilt das Arbeitszeitgesetz.