Projekt des Umweltpaktes Bayern erfolgreich abgeschlossen

Nachhaltigkeitsmanagement: Unternehmen "enkelfähig" machen

Ulrike Scharf, bayerische Umweltministerin
© Foto: Goran Gajanin

Wo sitzen meine Stakeholder? Wie gehe ich mit Anspruchsgruppen um? Im Zuge des Umweltpaktes Bayern wurde ein Leitfaden entwickelt, der zeigt, wie man Stakeholder ermittelt, mit ihnen in Dialog tritt und Lösungen erarbeitet. Dieses Werkzeug soll helfen, so IHK-Präsident Eberhard Sasse bei der Vorstellung, die Unternehmen "enkelfähig" zu machen. Name des Leitfadens: "Wer will eigentlich was von Ihrem Unternehmen? Anspruchsgruppenanalyse und - dialog". Unterstützt wurde der Leitfaden auch von der bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf (Bild).

Warum Anspruchsgruppen einbeziehen?

Freiwilliges unternehmerisches Engagement bewirkt oft mehr als staatliche Eingriffe, unterstrich Sasse bei der Vorstellung des Leitfadens "Wer will eigentlich was von Ihrem Unternehmen? Anspruchsgruppenanalyse und - dialog", der im Rahmen des Umweltpaktes Bayern erarbeitet wurde. Der Umweltpakt sei mit seinem Motto "Kooperation statt Konfronation" ein Erfolgsmodell - im Gegensatz zu staatlichem Eingreifen.

Unternehmen müssten Verantwortung übernehmen, die ganzheitlich zu verstehen sei und ökonomisch, ökologisch und sozial sein müsse. Richtschnur dafür sei die Orientierung an gesellschaftlichen Notwendigkeiten und Erwartungen. Familienunternehmen handelten von Haus vorausschauend und langfristig. Ihr Handeln sei nachhaltig, weil sie den Bestand ihres Unternehmens auf Dauer sichern wollten. "Das muss enkelfähig sein", unterstrich der IHK-Präsident.

Wer Anspruchsgruppen als Partner begreift und sogar in Prozesse einbindet, kann langfristig nur gewinnen.

Eberhard Sasse, Präsident der IHK München

Konflikte im Ansatz erkennen

Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf betonte die Notwendigkeit für kleine und mittlere Unternehmen, systematisch den Dialog mit Kunden, Mitarbeitern und gesellschaftlichen Gruppen aufzunehmen. "Die Erwartungen an Unternehmen werden heute immer größer. Zukunftsfähige Unternehmen müssen heute sicher erkennen, wessen Interessen und welchen Ansprüchen sie begegnen." Deshalb sei es entscheidend, die Anspruchsgruppen rechtzeitig einzubinden. Gerade bei Umweltschutz und Nachhaltigkeit spielten sie eine wichtige Rolle.

Kunden träfen, so die Ministerin, ihre Kaufentscheidung nicht nur auf Grundlage des Preises. Auch für potenzielle Arbeitnehmer gebe es andere Kriterien als das Gehalt. Mit ihnen rechtzeitig ins Gespräch zu kommen, helfe, Konflikte im Ansatz zu erkennen. Dies spare Zeit, Geld und Nerven.

Nachhaltigkeit wird immer mehr zum Schlüsselfaktor für Wettbewerbsfähigkeit.

Ulrike Scharf, Bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz

Was bietet der Leitfaden Nachhaltigkeitsmanagement?

Der Leitfaden unterstützt Sie dabei, Ihre Stakeholder zu erkennen, deren Bedeutung einzuschätzen und systematisch den Dialog mit Ihnen aufzubauen.

  • Der Leitfaden "Wer will eigentlich was von Ihrem Unternehmen“ erläutert Hintergründe, Nutzen und Vorgehensweise von Anspruchsgruppenanalyse und –dialog.
  • Das Poster „Anspruchsgruppen- (Stakeholder-) Management“ gibt einen Überblick zum Thema. Sie können es bei der Gestaltung Ihres Workshops und zur Motivation Ihrer Mitarbeiter nutzen.
  • Das Arbeitsblatt „Anspruchsgruppenanalyse und -dialog“ bietet Ihnen als Excel-Datei eine einfache und praktikable Grundlage zur Durchführung und Dokumentation Ihrer Stakeholderanalyse.
  • Die Präsentationsvorlage „Workshop Stakeholderanalyse“ erleichtert Ihnen die Gestaltung und den Ablauf Ihres Workshops. Sie kann nach Bedarf angepasst, erweitert oder gekürzt werden.
  • Das komplette Servicepaket stellt Arbeitsblätter und Best-Practices zur Erstellung der Stakeholderanalyse im eigenen Unternehmen zur Verfügung..

Die Arbeitsmaterialien des Leitfadens wurden in einer ersten Pilotphase durch zehn Unternehmen im praktischen Einsatz getestet. Danach wurden die Unterlagen optimiert. Die Unternehmen schätzen die Teilnahme positiv ein. Ein Punkt dabei ist, dass die Analyse der Anspruchsgruppen bei der DIN-ISO-Zertifizierung unterstützt.